kfd-Bundesverband - Pressemitteilung:Reformkräfte fordern Umsetzung der Beschlüsse des Synodalen Weges
Reformkräfte fordern: Weiterhin konsequent an einer synodalen Kirche arbeiten
„Die Geduld des Kirchenvolks ist erschöpft. Es reicht nicht, Synodalität zu beschwören und gleichzeitig konkrete Reformen auf die lange Bank zu schieben“, erklären die drei Gruppen. Ein „Weiter so“ innerhalb der traditionellen hierarchischen Strukturen wird sowohl in Deutschland, in Europa wie auch weltkirchlich in eine Sackgasse der Bedeutungslosigkeit führen.
Synodale Beschlüsse jetzt umsetzen
Die weiterhin ausstehende Anerkennung der Satzung für die geplante Synodalkonferenz durch Rom (Recognitio) ist mehr als enttäuschend. Sie darf jedoch nicht zum Vorwand werden, den Reformprozess in Deutschland auszubremsen. Die Synodalversammlung hat Beschlüsse gefasst. Jetzt müssen die deutschen Bischöfe zeigen, dass diese gemeinsamen Beschlüsse für sie mehr sind als unverbindliche Absichtserklärungen, indem sie die Beschlüsse in ihren jeweiligen Bistümern konsequent umsetzen und so weiterhin eine synodale Kirche verwirklichen.
Frauen nicht von der Verkündigung ausschließen
Besonders deutlich zeigt sich der Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit beim Predigtverbot für Lai*innen in der Eucharistiefeier. Die Entscheidung aus Rom, die Homilie weiterhin grundsätzlich dem geweihten Amt vorzubehalten, ist realitätsfern, verkennt eine seit langem gut eingeübte Praxis und schließt insbesondere Frauen strukturell von Verkündigung und Teilhabe aus. KDFB, kfd und Wir sind Kirche erwarten nun, dass die deutschen Bischöfe dieses Verbot nicht einfach hinnehmen, sondern vorhandene kirchenrechtliche Spielräume nutzen und sich zugleich weiter für eine Änderung des Kirchenrechts einsetzen. Es braucht Mut sowie kreative und verantwortungsvolle Wege, damit Gottes Wort und die Hoffnungsbotschaft auch durch Lai*innen zu den Menschen gelangen.
Geschlechtergerechtigkeit ist zentral
Eine wichtige Weichenstellung steht bei der Wahl der Mitglieder der neuen Kommission „Frauen in sakramentalen Ämtern in einer weltweiten Perspektive“ an: Während der Herbstvollversammlung bestimmen die Bischöfe fünf Vertreter aus ihrem Kreis für dieses Gremium und damit auch, welche Perspektiven und Positionen die deutsche Bischofskonferenz in die weitere Debatte einbringt. Neben den fünf DBK-Mitgliedern werden fünf Vertreter*innen des ZdK in der Kommission mitarbeiten. KDFB, kfd und Wir sind Kirche begrüßen ausdrücklich, dass die Frage des Zugangs von Frauen zum sakramentalen Amt dabei unter weltkirchlichen Aspekten beraten werden soll. Die weltweiten synodalen Beratungen und insbesondere die Ergebnisse der Studiengruppe zur Rolle der Frauen haben deutlich gemacht: Die „Frauenfrage“ ist ein zentrales „Zeichen der Zeit“ und darf nicht weiter vertagt werden.
Demokratie stärken
Auch mit Blick auf die gesellschaftliche Verantwortung der Kirche erwarten die drei Gruppen eine klare Haltung der Bischöfe. Angesichts des Erstarkens rechtsextremer und autoritärer Kräfte kommt den Kirchen eine besondere Verantwortung für die Demokratie zu. Diese sollte unbedingt in breiter christlicher Ökumene wahrgenommen werden. KDFB, kfd und Wir sind Kirche nehmen wohlwollend zur Kenntnis, dass die Bischöfe sich diesem Thema widmen und ermutigen sie, sich weiter klar gegen die politische Vereinnahmung des Christentums, Ausgrenzung und gesellschaftliche Spaltung zu stellen. Demokratie lebt von Teilhabe, Dialog, Solidarität und Kompromissbereitschaft – eine synodale Kirche kann und muss hier Vorbild sein.
Pressekontakte für diese gemeinsame Presserklärung
- Katholischer Deutscher Frauenbund e.V. (KDFB): Hannah Ratermann (Pressereferentin), Tel: 0221 860 92 24, E-Mail: hannah.ratermann[ät]frauenbund.de
- Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e. V.: Barbara Stöckmann (Pressereferentin), Tel: 0170 3805022, E-Mail: barbara.stoeckmann[ät]kfd.de
- Wir sind Kirche: Christian Weisner (Wir sind Kirche Bundesteam), Tel: 0172 5184082, E-Mail: presse[ät]wir-sind-kirche.de (wird am 28. und 29. September in Fulda sein)
