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kfd-Bundesverband - Pressemitteilung:Bündnis fordert den schrittweisen Ausstieg aus teurem Öl und Gas

Düsseldorf, 29. Juni 2026. Anlässlich des morgen auslaufenden Tankrabatts fordert ein breites Bündnis aus Kirchen, Gewerkschaften, Umwelt- und Sozialverbänden den schrittweisen Ausstieg aus teurem Öl und Gas. Die Energiekrise hat gezeigt, wie teuer Deutschlands Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen ist. Das Bündnis fordert mehr Tempo bei der Energiewende, eine Senkung der Stromsteuer und mehr Investitionen in den Ausbau des ÖPNV.

kfd unterstützt Forderungen nach schneller Umsetzung

Viviane Raddatz, Interims-Geschäftsführerin, Klima-Allianz Deutschland: „Mit dem Tankrabatt wurde vor allem das Symptom, aber nicht die Ursache bekämpft. Die Bundesregierung hat bisher nichts unternommen, um die Verbraucherinnen und Verbraucher in Zukunft nachhaltig vor fossilen Preissteigerungen zu schützen. Das wirksamste Mittel gegen hohe Energiepreise ist die Abkehr von Öl und Gas. Deutschland importiert jährlich fossile Energieträger im Wert von rund 80 Milliarden Euro, also etwa 1.000 Euro pro Kopf. In Krisenzeiten wie in diesem Jahr ist aufgrund des Iran-Kriegs mit deutlich höheren Ausgaben zu rechnen, an denen vor allem Öl- und Gaskonzerne verdienen. Wir brauchen jetzt Zukunftsinvestitionen, die das fossile Kostenrisiko für alle verringern. Das wird auch der Klimaschutzbericht verdeutlichen, den die Bundesregierung morgen veröffentlichen muss: besonders in den Bereichen Mobilität und Gebäude brauchen wir eine konsequente Zukunftsausrichtung auf Elektrifizierung – keine zusätzlichen fossilen Fesseln.“ 

Robert Feiger, Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt: „Fossiles Öl und Gas sorgen für steigende Preise, eine schwächelnde Wirtschaft und sinkende Reallöhne. Wer heute heizt oder tankt und ohnehin wenig Geld hat, kommt kaum über die Runden. Die Bundesregierung kann das ändern: Wärmepumpen, klimaneutrale Wärmenetze und energetisch sanierte Gebäude schützen langfristig vor hohen Energiekosten. Diesen Umstieg sollte sie beschleunigen, statt den Neueinbau von fossilen Öl- und Gasheizungen zu fördern, wie es die aktuelle Bundesregierung vorhat. Damit die Wärmewende gelingt, braucht es außerdem eine langfristig gesicherte und sozial gestaffelte Förderung. So können alle Menschen von sauberer und bezahlbarer Wärme profitieren, unabhängig von Einkommen oder Wohnsituation.“ 

Wolfgang Arnoldt, Vizepräsident des Deutschen Alpenverein: „Die Energiekrise hat gezeigt, wie abhängig Deutschland von teurem Öl und Gas ist. Diese Abhängigkeit schadet dem Klima und kostet die Menschen viel Geld. Deshalb müssen wir jetzt die Elektrifizierung beschleunigen, die Stromsteuer für alle senken und Wind- und Solarenergie konsequent weiter ausbauen. So profitieren die Menschen von günstigem Strom und wir werden langfristig krisensicher. Dabei ist es wichtig, Natur- und Klimaschutz in Einklang zu bringen, um auch langfristig unsere natürlichen Lebensgrundlagen, insbesondere in alpinen Regionen, zu sichern.” 

Marie-Theres Jung, Mitglied des Bundesvorstands der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd): „Hohe Energiepreise treffen viele Frauen besonders hart, weil sie häufiger wenig verdienen und besonders stark von Altersarmut betroffen sind. Würden diese Milliarden stattdessen in die Energiewende vor Ort und den Ausbau des ÖPNV investiert, würden die heimische Wirtschaft und insbesondere ländliche Räume enorm profitieren. Wir fordern eine Investitionsoffensive für den öffentlichen Nahverkehr für gute Bus- und Bahnverbindungen in der Stadt und auf dem Land. Das entlastet Haushalte und sorgt dafür, dass die Menschen verlässlich von A nach B kommen. Damit alle Menschen mobil sein können, brauchen wir zusätzlich ein bundesweites Sozialticket.“ 

Hintergrund und weiterführende Links

Hintergrund: 
Der Klimaschutzbericht der Bundesregierung muss jährlich zum 30. Juni veröffentlicht und dem Bundestag zugesandt werden. Er dokumentiert, wie stark Deutschland zum Klimawandel beiträgt, welche Maßnahmen die Bundesregierung ergreift und ob diese ausreichen, um die gesetzlich festgelegten Klimaziele zu erreichen. Mit Blick auf die bisherigen Veröffentlichungen des Expertenrats für Klimafragen (Prüfbericht) ist zu erwarten, dass Deutschland insbesondere in den Sektoren Verkehr und Gebäude zu wenig tut und die Ziele verfehlt.

Weiterführende Links: