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kfd Bundesverband_kfd-18-Angelika Zinzow

Synodaler Weg:Neues von der kfd im Synodalen Weg

kfd-Frauen setzen sich seit vielen Jahren für eine Kirche ein, die glaubwürdig, gerecht und zukunftsfähig ist. Dazu gehören für uns Transparenz, die gleichberechtigte Teilhabe aller Geschlechter, eine zeitgemäße Sexualmoral und verbindliche synodale Strukturen. Der Synodale Weg ist für uns ein zentraler Ort, an dem wir diese Anliegen sichtbar machen und konkrete Reformen anstoßen wollen.
Logo des Synodalen Wegs

Was ist der Synodale Weg?

Der Synodale Weg ist ein über mehrere Jahre angelegter Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland. Initiiert wurde er Anfang 2019 von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) als Reaktion auf die Missbrauchsskandale und die Veröffentlichung der MHG-Studie im September 2018. (Das Kürzel „MHG“ steht für „Mannheim, Heidelberg, Gießen“, die Institutsstandorte der beteiligten Wissenschaftler*innen.)

Ziel des Prozesses ist es, Strukturen und Lehren der Kirche kritisch zu hinterfragen und Reformen auf den Weg zu bringen, um Machtmissbrauch vorzubeugen und Vertrauen zurückzugewinnen.

Die Synodalversammlung ist das oberste Organ des Synodalen Weges und fasst die Beschlüsse. Sie setzt sich zusammen aus:
Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz, 69 Vertreter*innen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken sowie weiteren Vertreter*innen geistlicher Dienste und kirchlicher Ämter, jungen Menschen und Einzelpersönlichkeiten. Aktuell umfasst die Synodalversammlung 214 Personen.

In bisher fünf Synodalversammlungen beschlossen die Delegierten Grund- und Handlungstexte zu den Themen Macht- und Gewaltenteilung, Amt und Lebensform von Priestern, Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche sowie zur Sexualmoral.

Die sechste und letzte Synodalversammlung findet vom 29. bis 31. Januar 2026 in Stuttgart statt.

Forderungen der kfd im Synodalen Weg

Für uns als kfd ist der Synodale Weg kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein fortlaufender Auftrag. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass die beschlossenen Reformen umgesetzt werden – für eine Kirche, die den Menschen zuhört, Verantwortung übernimmt und allen Gläubigen eine gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht.

In einer Pressemitteilung des kfd-Bundesverbands vom 20. November 2025 betont die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Ulrike Göken-Huismann: „Der Synodale Weg hat bei vielen Gläubigen Hoffnung auf einen kirchlichen Aufbruch und dringend notwendige Veränderungen geweckt. Jetzt braucht es Verbindlichkeit, mutige Entscheidungen und den festen Willen, die bisherigen Ergebnisse in der Praxis umzusetzen.“ 

Für uns ist klar: Tiefgreifende Reformen in der katholischen Kirche sind unvermeidlich. Ein wichtiges Anliegen ist uns, die volle Gleichberechtigung von Frauen in Verantwortung und Leitung sowie die Zulassung zu allen Diensten und Ämtern der Kirche; Frauen sollen auch zum Beispiel Diakonin oder Priesterin werden dürfen.

Synodalinnen der kfd

Die Rolle der kfd im Synodalen Weg

Aus der kfd sind aktuell vier Mitglieder in der Synodalversammlung: Ulrike Göken-Huismann, Lucia Lagoda, Brigitte Vielhaus und Agnes Wuckelt.

Die kfd bringt sich seit Beginn des Synodalen Wegs aktiv ein und macht ihre Forderungen öffentlich sichtbar. kfd-Frauen waren und sind auch rund um die Synodalversammlungen aktiv. So versammelten sich zur ersten Synodalversammlung 2020 mehr als 200 Menschen zu einer Andacht mit Purpurkreuz-Windlichtern und Transparenten mit Forderungen nach einer geschlechtergerechten Kirche.

Bei der fünften Synodalversammlung 2023  machte die kfd mit einer Aktion unter dem Motto „gleich + berechtigt“ auf sich aufmerksam. Die Botschaft: Wir Frauen füllen unseren Anspruch auf einen gleichberechtigten Platz in der Kirche mit Leben. Am selben Tag veranstalteten kfd-Frauen zahlreiche Gottesdienste.

Für den 29. Januar 2026 ist eine Kundgebung und die Aktion „Lange Bank“ gemeinsam mit anderen Reformkräften geplant. Wer sich anschließen möchte, auch Nicht-kfd-Mitglieder, ist herzlich willkommen. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite des Bundesverbands: www.kfd.de/synodalerweg

kfd-Termine rund um den Synodalen Weg

Online-Talk „Auf ein Glas Wein mit …“ 
Unsere Synodalinnen berichten jeweils vor und nach der 6. Synodalversammlung von den bisherigen Versammlungen, den Ergebnissen und ihren Erwartungen für die Zukunft des Synodalen Reformprozesses:

  • Dienstag, 20. Januar 2026: Lucia Lagoda, Agnes Wuckelt
  • Donnerstag, 22. Januar 2026: Ulrike Göken-Huismann, Brigitte Vielhaus
  • Montag, 09. Februar 2026: Lucia Lagoda, Agnes Wuckelt
  • Donnerstag, 19. Februar 2026: Ulrike Göken-Huismann, Brigitte Vielhaus
    jeweils von 19:00 - 20:30 Uhr

Zur Anmeldung reicht eine kurze E-Mail an event@kfd.de an. Den ZOOM-Link erhalten Sie jeweils kurz vor der Veranstaltung.

Kundgebung und Aktion „Lange Bank“ am Donnerstag, 29. Januar 2026, 11:30 - 14:30 Uhr, Maritim-Hotel Stuttgart:

Gemeinsam mit weiteren Organisationen, Initiativen und Verbänden ist die Aktion „Lange Bank“ geplant. Dabei werden die Synodalen zu ihren Erwartungen an die Veranstaltung befragt und  Postkarten mit dem Aufruf „Reformen nicht mehr auf die lange Bank schieben“ verteilt.
Melden Sie sich bei Fragen, zum Beispiel, falls Sie dabei sein wollen, gerne beim kfd-Bundesverband oder bei uns.

Weiterführende Links:
Weitere Termine finden Sie auf der Webseite des Vereins „Wir sind Kirche“.
Informationen zur kfd im Synodalen Weg gibt es auf der Webseite des kfd-Bundesverbands.
Die offizielle Homepage des Synodalen Wegs enthält zahlreiche Informationen zu den Synodalversammlungen und ihren Mitgliedern.
Interessanter Artikel von Claudia Lücking-Michel auf der Webseite des theologischen Feuilletons feinschwarz.net

Pressegespräch zur sechsten Synodalversammlung

Düsseldorf, 27. Januar 2026. Acht Reformgruppen haben sich heute im Rahmen eines gemeinsamen Pressegesprächs den Fragen von Journalist*innen und Medienschaffenden gestellt:

  • Christian Weisner, Bundesteam KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche
  • Ulrike Göken-Huismann, stv. Bundesvorsitzende der kfd, Mitglied des Synodalen Weges in Deutschland
  • Dorothee Sandherr-Klemp, Geistliche Beirätin des KDFB auf Bundesebene
  • Katharina Hubrich, Maria 2.0 im Bistum Osnabrück
  • Rainer Teuber, Pressesprecher #OutInChurch e.V.
  • Volker Andres, Bundesvorsitzender des BDKJ
  • Paul-G. Ulbrich, Sprechendenteam Gemeindeinitiative.org
  • Dr. Martin Schockenhoff, Leitungsteam pro concilio/Konzil von unten

Auszug aus dem Statement von Ulrike Göken-Huismann vom 27. Januar 2026:

„Die kfd geht mit ambivalenten Gefühlen auf die sechste und letzte Versammlung des Synodalen Weges zu.
Einerseits ist Bewegung in die katholische Kirche in Deutschland gekommen; Synodalität ist kein Fremdwort mehr; die Synodal*innen haben in den fünf bisherigen Versammlungen zukunftsweisende Grund- und Handlungstexte beschlossen. In einem neuen künftigen Gremium, der Synodalkonferenz, werden Bischöfe und Lai*innen gemeinsam die katholische Kirche in Deutschland gestalten.
Andererseits ist gerade aus Sicht des katholischen Frauenverbands nicht genug geschehen. Die Forderung aus dem Grundtext Forum 3 Dienste und Ämter für Frauen, dass Geschlechtergerechtigkeit die Grundlage der Handlungsweisen in der römisch-katholischen Kirche sein soll, ist bisher lediglich ein Lippenbekenntnis und wartet dringend auf Umsetzung.“
[...]
„Die kfd appelliert an die Verantwortlichen in der katholischen Kirche in Deutschland, die Umsetzung der Grund- und Handlungstexte nicht auf die lange Bank zu schieben. Klare konkrete Schritte sind dringend nötig. Wir erwarten den Einsatz der 6. Synodalversammlung für die Zulassung zu allen Diensten und Ämtern für Frauen.“

Fotos von der Kundgebung bei der Synodalversammlung im März 2023 in Frankfurt

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