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    Über ihre Porträtfotos sind die slowenischen Frauen in Bergheim mit dabei.i
    Über ihre Porträtfotos sind die slowenischen Frauen in Bergheim mit dabei.
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    Die Weltgebetstagskerze brennt für alle Frauen in der Welt.
    Die Weltgebetstagskerze brennt für alle Frauen in der Welt.
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    Barbara Peiffer ist schon lange in Sachen Weltgebetstag als Referentin unterwegs.
    Barbara Peiffer ist schon lange in Sachen Weltgebetstag als Referentin unterwegs.
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    Alle mit aufs Foto: Referentinnen, Teilnehmerinnen und Unterstützerinnen der kfd St. Franziskus in Bergheim.
    Alle mit aufs Foto: Referentinnen, Teilnehmerinnen und Unterstützerinnen der kfd St. Franziskus in Bergheim.
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    Alle sind zum Frauenmahl eingeladen. Die Gulaschsuppe gibt´s nach slowenischem Rezept.
    Alle sind zum Frauenmahl eingeladen. Die Gulaschsuppe gibt´s nach slowenischem Rezept.

Weltgebetstag: Platz in der Mitte

Ein Team von kfd-Referentinnen nimmt mit auf die Reise nach Slowenien

Köln/Bergheim. 4.2.2019 „Wer einmal Feuer gefangen hat, bleibt dabei“ und „Es ist einfach spannend, ein neues Land kennenzulernen“ – das sind Sätze, die immer wieder fallen, wenn vom Weltgebetstag die Rede ist. Das Eintauchen in ein fremdes Land, die Reise, auf die man sich begibt, obwohl man doch zuhause bleibt – das finden viele Frauen faszinierend, die sich für den Weltgebetstag engagieren, der in diesem Jahr Slowenien, dem kleinen Land im Westbalkan gewidmet ist.


Im Erzbistum Köln sind das einige hundert, wie Hildegard Müller-Brünker, die zuständige Referentin beim Diözesanverband Köln, schätzt. Seit vielen Jahrzehnten feiern viele kfd-Gruppen im Erzbistum Köln in ihren Gemeinden den Weltgebetstag –  immer sind es ökumenische Gottesdienste, die Christinnen überall auf der Erde miteinander verbinden. Manche sagen, er sei die größte ökumenische Basisbewegung weltweit, vor allen Dingen ist er aber die älteste.

Viele Vorbereitungstreffen überall im Erzbistum

2019 haben sich allein auf 15 Studienveranstaltungen, darunter auch auf einer dreitägigen Werkstatt, Frauen auf den Weltgebetstag vorbereitet. Er wird traditionell am 1. Freitag im März gefeiert, in diesem Jahr im Rheinland wegen der närrischen Tage oft auch eine Woche später, am 8. März, dem Internationalen Frauentag. Das ist durchaus sehr passend, denn hierbei geht es immer auch um die aktuelle Situation von Frauen in dem jeweiligen Weltgebetstagsland, das jährlich wechselt.

Beispiel Bergheim ist typisch

Der kfd-Diözesanverband bietet in Zusammenarbeit mit Gruppen vor Ort diese Vorbereitungstreffen in jedem Jahr an. So wie auch in Bergheim, wo ein Team von der kfd St. Remigius zusammen mit Barbara Peiffer und Hildegard Müller-Brünker einen langen, sehr abwechslungsreichen Nachmittag für 26 Teilnehmerinnen gestaltet haben. 

Ein Team von Referentinnen reist durchs Bistum

Barbara Peiffer gehört ebenso wie Barbara Hildebrand, Nawal Obst, Elisabeth Ronge und Ursula Timmerscheidt schon seit Jahren zu dem Team der Frauen, die sich dem Weltgebetstag verschrieben haben. Sie bereiten die Frauen, die ihren Gemeinden den Gottesdienst zum Weltgebetstag gestalten, auf ihre Aufgabe vor.

Ich bin begeistert vom Weltgebetstag

Das ist eine Aufgabe, die Barbara Peiffer sich schon seit 2002 gerne stellt, als sie zunächst in der kfd St. Martinus in Bedburg im ökumenischen Team mitarbeitete. Die Möglichkeit ein Land ganz anders kennenzulernen, als es auf einer Urlaubsreise möglich wäre, gefiel ihr so gut, dass sie seither in jedem Jahr mit dabei ist: „Ich bin eine begeisterte Weltgebetstagsfrau.“

Neue Horizonte öffnen sich

Und das eröffnet fast wie von selbst auch den Kontakt zu Menschen aus dem jeweiligen Weltgebetstagsland, die sie in ihrer Umgebung trifft. Wer spricht schon sonst mit einem Filipino über das Rentensystem auf den Philippinen, wie sie es schon getan als die Philippinen im Mittelpunkt der Arbeit standen und sie sich mit dem philippinischen Mann einer Freundin darüber unterhielt „Eine Frage ergibt die andere – das gefällt mir,“ sagt sie „und es erweitert den Horizont.“

Hintergrundwissen und viel Zeit sind nötig

Dafür investiert sie schon in der Vorbereitung viel Zeit, erarbeitet sich viel Hintergrundwissen – in diesem Jahr über Slowenien, das schließlich nicht gerade jeden Tag in der Zeitung steht. Jede im Weltgebetstagsteam des kfd-Diözesanverbandes stellt Informationen zu einem Thema zusammen und untereinander wird dann das Wissen geteilt.

Wirtschaft und Situation der Frauen in Slowenien

Barbara Peiffer hat sich insbesondere mit der Wirtschaft und den Frauen befasst. Unglaublich, wie das kleine Slowenien nach dem Auseinanderbrechen des kommunistischen Vielvölkerstaates Jugoslawien seine Wirtschaft in Fahrt gebracht hat, findet sie. Aber sie weiß auch zu berichten von häuslicher Gewalt, Menschenhandel und Armut, worunter besonders Frauen und Mädchen leiden. Besonders schwer haben es die armen Rentnerinnen auf dem Land. Wenn sie auf ein Pflegeheim angewiesen sind, können sie das nicht zahlen. Sie ziehen einen sehr tragischen Schlussstrich – sie nehmen sich das Leben. Slowenien liegt weltweit mit an der Spitze bei den Suizidraten.

Frauen interessieren sich sehr für den Weltgebetstag

Barbara Peiffer engagiert sich, weil sie bei ihrer Arbeit für den Weltgebetstag das erlebt, was sie auch Ende Januar in Bergheim erfuhr: „Die Frauen sind sehr interessiert und es gibt immer Frauen, die bei den Vorbereitungen unterstützen.“ So wie das Team der kfd St. Remigius, die landestypisches Essen wie Gulaschsuppe oder Pfannkuchen mit Quarkfüllung für die Gruppe gekocht haben. Denn so wie beim gemeinsamen Tanzen, Singen, Essen oder Beten: „Wir sprechen alle Sinne an!“

Kommt, alles ist bereit

Und sie weiß, was die Teilnehmerinnen dieser Vorbereitungstreffen auf den Weltgebetstag vereint: Der Wunsch, gemeinsam zu beten und über die biblische Botschaft das Band, das Gläubige überall auf Welt verbindet, noch fester zu knüpfen. In diesem Jahr haben die slowenischen Christinnen das Gleichnis vom Festmahl (Lk 14,13-24) ausgewählt. Und dem entsprechend steht der Weltgebetstag unter dem Motto „Kommt, alles ist bereit!“.

Wir machen Platz in unserer Mitte

Wie auch die slowenischen Christinnen sprechen die Frauen dann im Bergischen Land, in St. Augustin und in Herrchen, in Bonn, Düsseldorf, Erftstadt oder Köln, darüber was diese Botschaft mit dem eigenen Leben und dem Heute zu tun hat. Beim slowenischen Weltgebetstagskomitee will man die Einladung so verstanden wissen: Wir geben Menschen einen Platz in unserer Mitte, die niemals eingeladen werden, weil sie allein sind, am Rand stehen. Wir wollen uns trauen, neue Menschen kennenzulernen.
Sabine Schleiden-Hecking

Fotos: Jörg Brocks

Weltgebetstag live:  2019 kann zum ersten Mal über livestream (Direktübertragung im Internet) der zentrale Gottesdienst zum Weltgebetstag am 1. März verfolgt werden

Auf der Website des Weltgebetstages gibt es viele Informationen über die Projekte, die mit Spendenmitteln aus der Weltgebetstagskollekte unterstützt werden, zum Beispiel über das Mütterheim "Pelikan" der Caritas in Ljubljana.