Protest-Pilgerweg der kfd

Montagsgebet für geschlechtergerechte Kirche vor dem Kölner Dom

Köln. 23.9.19. - Ein neuer kfd-Rap ist geboren. Mit der Parole „Frauen, worauf wartet ihr? Gleichheit fordern jetzt und hier. Dafür sind wir heute hier." zogen rund 200 kfd-Frauen und Männer von der Geschäftsstelle an Groß St. Martin über das Brigittengässchen und den Roncalliplatz zur Domplatte. Den Takt schlug die große Trumm, also die große Trommel. Mit diesem Protest-Pilgerweg zeigte die kfd im Erzbistum Köln Flagge für eine geschlechtergerechte, zukunftsfähige Kirche und setzt weiterhin auf die Kraft des Gebets.


Gleichheit fordern jetzt und hier

„Atme in uns Heiliger Geist“ sangen die Frauen und Männer vor Groß St. Martin und baten die Heilige Geistkraft um Unterstützung in ihrem Bestreben um eine gerechte Teilhabe für Frauen in der Kirche.  Ende der siebziger Jahre gab es erstmals in der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands Bestrebungen, für eine ernsthafte Beteiligung der Frauen in kirchlichen Ämtern. Die Bemühungen und das Ringen der Frauen um diese Fragen zeichnen sich in einem langen Prozess ab. Jetzt hat die Geduld der Frauen ein Ende. Sie wollen in ihrer Kirche, die sie lieben und achten, gleich und berechtigt gesehen werden.
Der Kölner Diözesanverband hat sich für den Weg des Gebets entschieden, der diesmal mit einem Protest-Pilgerweg verbunden wurde. Das unterscheidet der Diözesanverband von der Bewegung Maria 2.0, wenn auch im engeren Sinne beide in die gleiche Richtung gehen.

Gleich und berechtigt

„Gleich und berechtigt“ heißt das Positionspapier des kfd-Bundesverbandes, auf das sich auch der Diözesanverband Köln stützt. Allen Frauen soll der Weg in alle Aufgaben und Ämter der Kirche möglich sein. Mit dem monatlichen Montagsgebet vor Groß St. Martin bitten die Frauen seit Mai schon um die Vollmacht, Zukunft zu gestalten in Gottes Geistkraft. Schon die heilige Scholastika vertraute auf diese Kraft des Gebetes. In diesem Sinne wollen die Kölner kfd-Frauen Schritt für Schritt vorwärts gehen, beten und handeln.

Die Zeit ist reif - sagen die Frauen, die ihre Kirche lieben

Mit dem besonderen Montagsgebet am 23 September eröffnete die kfd im Erzbistum Köln die diesjährige Aktionswoche des Bundesverbandes, die sich in diesem Jahr für eine geschlechtergerechte Kirche einsetzt. Zeitgleich waren viele kfd-Frauen und Verantwortliche in Fulda, wo die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz begann, um dort für dieses Anliegen einzustehen. Die große Schar der Kölner kfd-Frauen, die aus allen Teilen des Erzbistums zum Dom gepilgert sind, betete und sang. So ließen die Frauen ihren Protest, ihre Wünsche, Hoffnungen und Forderungen  in Öffentlichkeit hinein.
So heißt es im Segen zum Schluss des Montagsgebets: „Wir, die katholischen Frauen, die unsere Kirche lieben und achten, meinen, die Zeit ist reif."

Schritt für Schritt - Glauben aus der Hoffnung

Am Ende sangen alle das große Lied der kfd „Frauen auf dem Wege", das einst Christa Peikert-Flaspöhler (Text) und Bea Nyga (Musik) geschaffen haben und mehr als zwei Generationen kfd-Frauen begleitet hat. In diesen Tagen erlebt dieses Lied eine Renaissance, denn der Text passt so gut in das aktuelle Geschehen: „Glauben aus der Hoffnung“, so heißt es darin und manche der heutigen Pilger*innen wird an den eigenen langen Weg in ihrer Kirche gedacht haben - der weiter gehen wird: „Schritt für Schritt" .
Ursula Sänger-Strüder

Fotos: Jörg Brocks

Hinweis: Die Termine für die nächsten Montagsgebete stehen hier