mittendrin: kfd-Fest der Begegnung

Viele Gäste, heitere Stimmung und Ausstellung "100 Jahre Frauenleben"

Köln, 29.8.2018 Mehr als 400 Gäste kamen zum zweiten Sommerfest „mittendrin“ rund um die Geschäftsstelle des Diözesanverbandes. Das Fest reihte sich ein in eine Reihe von Veranstaltungen aus Anlass des 100. Bestehens der kfd im Erzbistum Köln und war – wie sich schnell herausstellte – ein heiteres Fest der Begegnung. So wie es die kfd-Mitglieder lieben und weshalb sie auch gerne in die Kölner Altstadt kamen. So manche hatte sich auch ein Kostüm angezogen oder trug ein passendes Hütchen. Wie im letzten Jahr hatten die Organisatorinnen auf dem Platz vor Groß St. Martin aufgetischt und zum großen Vergnügen der Frauen spielten die Churchrocker Oldies und kölsche Evergreens.


Frauen machen ihre Wunder selbst

„Die letzten 100 Jahre sind ohne Zweifel das Jahrhundert der Frauen. Denn wir Frauen haben heute einen festen Platz in Kirche und Gesellschaft,“ sagte Diözesanvorsitzende Lydia Wallraf-Klünter zur Begrüßung. Es habe sich vieles positiv verändert: „Frauen sind diejenigen, die den Glauben weitergeben und seine Lebendigkeit in den Gemeinden forcieren,“ sagte sie und zitierte dazu auch die Schauspielerin Katharine Hepburn, die einmal sagte „Frauen von heute warten nicht auf das Wunderbare – sie inszenieren ihre Wunder selbst.“

Besondere Festatmosphäre auf dem Platz vor Groß St. Martin

Tatsächlich entstand eine extra Festatmosphäre auf dem Platz. Beim eigentlich eher lästigen Schlangestehen für den Kauf von Essensbons oder vor dem Reibekuchenstand vertieften sich gutgelaunte Frauen ins Gespräch, lachen, wagen zwischendurch sogar mal ein Tänzchen d zur Musik oder schunkelten zu kölschen Klängen. Auf den langen Bierbänken unter den Bäumen auf dem Platz vor Groß St. Martin, gleich in der Nachbarschaft auch von „Tünnes un Schäl“, saßen die Gäste gemütlich zusammen. L

Lange nicht gesehen und beim Fest getroffen

Immer mal wieder standen sie auf, um in der Geschäftsstelle die Ausstellungen anzusehen oder doch noch ein Eis oder ein, zwei Reibekuchen zu holen. Manche hatte sich in Schale geworfen mit Omas Kleid, oder den Hut von vor „ich-weiß-nicht-wann“ nicht nur für sich, sondern gleich für die Freundinnen mit herausgeholt. So wie Doris Leusch aus Grevenbroich, die sich darüber freute, dass sie auf dem Fest so viele Frauen traf, die sie lange nicht gesehen hatte.

Wir feiern die Gemeinschaft

Das ist genau das, was auch der Diözesanvorstand mit der Ausrichtung eines solchen Festes verbindet: „So wichtig wie unsere Bildungsarbeit ist, so wichtig ist das Erleben der Gemeinschaft und dass wir auch uns so feiern können. Wir sind Frauen mit vielen Gaben und Talenten, das feiern wir heute!“, sagte Lydia Wallraf-Klünter. Als hätte sie gehört, was die Diözesanvorsitzende gesagt hatte, antwortete auf die Frage, was ihr denn besonders gut gefalle, Anneliese Barve aus Köln-Deutz: „Dass die Atmosphäre so schön ist, das erwartet man ja mittlerweile bei der kfd, aber dass ich mich so zugehörig fühlen kann, das ist wunderschön. Ich fühle mich so aufgehoben in der kfd.“

Gespräche, nicht nur über Religion

Dass dabei auch die leisen Töne nicht untergingen, zeigten die Unterhaltungen, die der Autor Ulrich Harbecke mit verschiedenen Teilnehmerinnen führte. Mitten im Trubel stellte er ihnen an seinem Büchertisch sein Ende letzten Jahres in überarbeiteter Auflage erschienenes „Kölner Buch der Religionen“ vor, quasi als Vorgeschmack auf das im nächsten Jahr geplante interreligiöse Frühstück der kfd. „Die Gelegenheit löst die Zunge“, berichtete er von verschiedenen Gesprächen. „Es wird im Buch geblättert und plötzlich ist man bei Themen, die weit über das, worüber man zuerst sprach, hinausgehen.“

Das Leben von Frauen von gestern bis heute und eine gute Zukunft für die Menschheit

Zwei besondere Anziehungspunkte waren in der Geschäftsstelle zu besichtigen: Die Ausstellung „100 Jahre Frauenleben“ im Foyer und großen Sitzungssaal und auf der Terrasse präsentierten die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Zukunft: Nachhaltig und geschlechtergerecht“ Ideen für einen klimagerechten Alltag. Sie zeigten damit auch, in welche Zukunft der Verband auch im Erzbistum Köln gehen möchte: Bewahrung der Schöpfung und Fortschritt im Bemühen um echte Gleichberechtigung von Frauen. Es gab Tipps über umweltgerechte Mobilität im Alter, ein Glücksrad mit Fragen zur Umwelt spornte an, das eigene Klimawissen zu prüfen und Zitate aus Laudato Si´erinnerten daran, wie gläubige Menschen ihre Verantwortung wahrnehmen können.

Ausstellung 100 Jahre Frauenleben

Für die Ausstellung hatten kfd-Mitglieder mehr als 200 Erinnerungsstücke und Schriftstücke aus den vergangenen 100 Jahren zur Verfügung gestellt. So wurde nicht alles in Vitrinen verschlossen, sondern eine Ausstellung zum „Anfassen“ entwickelt. Und diese wurde ein kleiner Publikumsmagnet. „Uns war wichtig, unsere Mitglieder einzubeziehen – es ist auch ein Teil ihrer Geschichte, die damit erzählt wird und die auch etwas über ihre Arbeit und religiösen Überzeugungen aussagt“, erklärte Lydia Wallraf-Klünter.

Über das nachdenken, was man weiß

Für die Arbeitsgruppe, die die Ausstellung konzipiert und aufgebaut hat, war ein wichtiges Anliegen, „dass konkret hingeguckt wird. Man weiß ja vieles, aber mit den Gegenständen kommen auch die Erinnerungen und man wird angeregt, über das ein oder andere doch noch einmal gründlicher nachzudenken“, meinte Künstlerin Monika Bergrath, Mitglied der Arbeitsgruppe.

Das Vergessene sichtbar machen

Dabei ging es nicht um Vollständigkeit oder um historisch exaktes Aufarbeiten – vielmehr sollte mit der Ausstellung gezeigt werden, wie sehr sich das Leben der Frauen geändert hat, aber auch welche Konstanten es gibt. Ziel war, auf das scheinbar Selbstverständliche aufmerksam und das Vergessene sichtbar zu machen.

Alltagsdinge zeigen, was für Frauen wichtig war

Es waren die einfachen, alltäglichen Dinge wie eine Suppenkelle von 1918 oder ein Stubenwagen, in dem seit Ende der 40er-Jahre bis 2006 15 Babys in ihren ersten Lebensmonaten schliefen oder Telefone verschiedener Generationen, die die Besucherinnen der Ausstellung besonders gern anschauten. Viel Gesprächsstoff boten auch die Kleidungsstücke aus 100 Jahren, angefangen mit einer großen Unterhose über Unterröcke, Cocktailkleider, Plateauschuhe und einer Jeans dieser Tage. Ein ganzes Regal mit religiösem Schrifttum gab interessante Einblicke in die Glaubenspraxis insbesondere vor dem 2. Weltkrieg.

Herzstück Kommode mit zehn Schubladen

Nahezu alle Festgäste schauten sich die Präsentation an und blätterten in den vielen Dokumenten, die insbesondere im Herzstück der Ausstellung zu finden waren: Ein speziell hergestellter Kommodenschrank mit zehn Schubladen – für jedes Jahrzehnt eine. (eb)

Fotos: Jörg Brocks

Sehen Sie hier das Fest in den Christlichen Nachrichten des Domradios

Hinweis: Bitte besuchen Sie unsere Seite wieder. In den nächsten Tagen finden Sie hier einen ausführlichen Bericht zur Ausstellung und neue Fotogalerien.