Licht an für gleich und berechtigt

Der Jahresabschluss-Gottesdienst endete mit einer Lichterprozession

Köln, 4.12.2019 – Mit einer Lichterprozession von St. Mariä Himmelfahrt in der Marzellenstraße über die große Nord-Süd-Fahrt zur bischöflichen Tagungsstätte Maternushaus unterstrichen die kfd-Mitglieder ein weiteres Mal ihre Forderung nach einer Kirche, in der Frauen gleich und berechtigt sind.


Zuvor hatte die stellvertretende Diözesanvorsitzende Elisabeth Schmitz-Janßen etwa 300 Gläubige zum Jahresabschluss-Gottesdienst begrüßt. Sie erinnerte an die bisherigen Aktionen im Diözesanverband Köln für eine erneuerte Kirche. Ein erster Höhepunkt war der Protest-Pilgerweg Ende September zu Beginn der bundesweiten kfd-Aktionswoche „Macht euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche“.

Wir haben die Menschen auf unsere Nöte aufmerksam gemacht

 „Wir alle können stolz darauf sein, dass es uns gelungen ist, die Menschen in und außerhalb der Kirche auf unsere Nöte aufmerksam zu machen und Sympathie für unsere Anliegen zu wecken,“ sagte sie.

Das Montagsgebet wird nicht nur in Köln gebetet

Das Montagsgebet, das seit Mai jeden Monat vor Groß St. Martin in Köln gebetet würde, sei Ausdruck „unseres Bemühens und unseres Verlangens nach der nötigen Erneuerung und damit christusdurchwirkten Zukunft unsere Kirche.“

Die Geduld ist am Ende

Auch örtliche kfd-Gruppen solidarisierten sich mit diesem Anliegen, das Montagsgebet würde vor Ort gebetet und es habe außerdem viele Aktionen gegeben. „Unsere Geduld ist am Ende, wir wollen in unserer Kirche, die wir lieben und achten, gleich und berechtigt gesehen werden.“, sagte sie.

Was ist die Wahrheit?

Offenheit wünschte sich Diözesanpräses Robert Kleine, der in seiner Predigt auf die Spannungen in der Kirche einging. „Wir müssen einander zuhören – es ist und bleibt unsere Kirche“, sagte er und bezog sich dabei auf den jetzt eröffneten „Synodalen Weg“, von dem keiner wisse, wohin er führe. „Wir können nur erahnen, was wirklich die Wahrheit ist.“

Selbstverständlich dafür

Für die kfd-Mitglieder, die den Gottesdienst besuchten und die an der Lichterprozession teilnahmen, war es selbstverständlich mitzugehen. Magdalena Molzberger und Erika Kötting, die beide schon „ewig“ in der kfd sind, hat der gemeinsame Weg gut gefallen. Sie sind dafür, dass die „Männerdomänen in der Kirche durchbrochen werden“, wie Kötting meinte. Sie freuten sich aber auch über die Möglichkeit, später viele Frauen beim traditionellen adventlichen Beisammensein nach dem Gottesdienst zu treffen.

Und jetzt – wie weiter?

Monika Rück, die Vorsitzende des Stadtdekanates Köln, war auch beim Montagsgebet am 23. September dabei. Sie führte damals die Pilger*innen mit der großen Trumm an und gab den Takt für den kfd-Rap für eine geschlechtergerechte Kirche vor. Natürlich unterstützt sie die Aufforderungen „Frauen, worauf warten wir“ „Frauen, tragt das Purpurkreuz für eine geschlechtergerechte Kirche“, die auf den Transparenten zu sehen waren. Für sie war wichtig, dass am Ende des Jahres zurückgeschaut und Bilanz gezogen wurde. „Wie stehen wir da in der Diskussion?“, fragt sie sich nun und auch „Wie geht es weiter?“

Montagsgebet vor Groß St. Martin auch 2020

Weiter geht jedenfalls das diözesane Montagsgebet – die Termine im nächsten Jahr dafür stehen schon fest. „Steh auf und bewege dich! Denn schon ein erster Schritt verändert dich, verändert mich“ – diesen Kanon sangen die Frauen auf dem Weg von St. Mariä Himmelfahrt zum Maternushaus. Es sieht ganz so aus, als hätten schon sehr viele den ersten Schritt längst getan.
Sabine Schleiden-Hecking

Fotos: Jörg Brocks