kfd und Maria 2.0

Erklärung zur Berichterstattung über kfd im Erzbistum Köln und Maria 2.0

Köln, 21.10.2019 – „Kirche und Leben“ (17.10.2019) katholisch.de (17.10) und CNA (18.10.2019), KNA (18.10.2019), Domradio (18.10.), andere Medien und Personen auf Facebook berichteten, der kfd-Diözesanverband Köln distanziere sich von der Aktion Maria 2.0. und werfe dieser vor, ihre Aussagen seien „nicht ausgegoren genug“.


Die Stellungnahme des kfd-Diözesanvorstandes

Diese Medien beziehen sich auf ein Rundschreiben, welches an alle kfd-Gruppen (nicht an alle 51.000 Mitglieder wie falsch von CNA berichtet) und an die Einzelmitglieder Mitte Oktober als „Herbstrundbrief“ postalisch versendet wurde und offen zugänglich ist. Der Rundbrief enthält zahlreiche Informationen, unter anderen die Antwort auf die Frage, warum sich der kfd-Diözesanverband Köln nicht der Menschenkette um den Kölner Dom am 22. September, einer Aktion von Maria 2.0, angeschlossen hat.

Worum geht es eigentlich?
In der Öffentlichkeit und bei manchen kfd-Mitgliedern ist der Eindruck entstanden, die kfd im Diözesanverband Köln
distanziere sich von den Unterstützerinnen von Maria 2.0. Wörtlich hatten wir im Rundbrief geschrieben: „Diese Initiative scheint uns in ihren Aussagen nicht ausgegoren genug und wir sehen deren öffentliche Auftritte kritisch.“ Diese Wortwahl bedauern wir sehr, da uns eine wohlwollende gegenseitige Akzeptanz und Unterstützung wichtig sind.
Wir halten den so genannten „Kirchenstreik“ vom 2. Sonntag im Mai für nicht zielführend. Darauf bezieht sich u.a. die Aussage „Wir sehen deren öffentliche Auftritte kritisch.“  Jedoch „distanzieren“ wir uns nicht, dieses Wort kommt an keiner Stelle in unserem Rundbrief vor.

Zur Frage der Zusammenarbeit zwischen Maria 2.0 und der kfd im Erzbistum Köln
Inzwischen gab es ein erstes Gespräch mit Mitgliedern des örtlichen kfd-Vorstandes von St. Agnes/Köln, die auch dem Initiativkreis 2.0. von St. Agnes/Köln angehören. Dieser Initiativkreis hat zusammen mit dem Diözesanverband Köln des KDFB (Katholischer Deutscher Frauenbund) die Menschenkette initiiert.  
Wir hoffen auf einen guten Austausch und ein gutes Miteinander. So gehen wir davon aus, dass auf örtlicher Ebene dieser Austausch auch stattfindet, denn es gibt viele kfd-Frauen, die sich nicht nur in der kfd, sondern auch bei Maria 2.0 engagieren.

Es ist deshalb nicht nur falsch, sondern auch der Sache nicht dienlich, wenn künstlich ein Gegensatz zwischen kfd und Maria 2.0 hergestellt wird, zum Beispiel durch die Aussage, wir „distanzierten“ uns von Maria 2.0. Wir wehren uns entschieden gegen den Eindruck, der durch die Berichterstattung künstlich aufgebaut wurde, wir ließen es an Solidarität mit den Frauen in unserer Kirche missen. Das Ziel ist das gleiche, die Wege dorthin sind unterschiedlich. Die kfd im Erzbistum Köln unterstützt Frauen seit mehr als 30 Jahren darin, ihre Charismen und Spiritualität zu leben und ermutigt sie durch zahlreiche Fortbildungsangebote.

Wofür setzen wir uns als kfd ein?
So halten wir hier ausdrücklich fest: Der Diözesanvorstand steht hinter der Forderung „Weiheämter für alle Frauen“ wie sie im Positionspapier „gleich und berechtigt“ auf der kfd-Bundesversammlung im Juni 2019 festgeschrieben wurde und lädt mit eigenen Aktionen für einen Dialog auf Augenhöhe in dieser Sache ein. Die kfd ist zum Gespräch bereit. Deshalb begrüßen wir im Erzbistum Köln die im Herbst 2018 gestartete bundesweite Aktion der kfd „#MachtLichtAn“ für die schonungslose Aufklärung des Missbrauchs in der Kirche und das Abschaffen verkrusteter Machtstrukturen. Dafür haben wir das „Montagsgebet“ ins Leben gerufen, das seit dem 20. Mai einmal im Monat stattfindet. Viele unserer Mitglieder haben sich in ihren Gemeinden oder mit uns zusammen an diesen Aktionen beteiligt.

Warum war die kfd nicht bei der Menschenkette dabei?
Zur Frage, warum die kfd sich nicht an der Menschenkette um den Kölner Dom beteiligt hat: Es haben sich kfd-Mitglieder an der Menschenkette beteiligt. Einige sind in dem Initiativkreis Maria 2.0, der sie organisiert hat. Als Diözesanverband sind wir jedoch nicht um Zusammenarbeit gebeten worden. Ende August erfuhren wir durch die Berichterstattung in den Kölner Medien und in der Katholischen Nachrichtenagentur über die geplante Aktion von Maria 2.0 der Pfarrei St. Agnes und des KDFB am 22. September.

Zu diesem Zeitpunkt hatten allerdings längst die umfangreichen Vorbereitungen zum Protest-Pilgerzug der kfd zum Kölner Dom am darauffolgenden Montag, den 23. September, begonnen. Dazu hatten wir lange im Vorfeld viele andere Akteur*innen im Erzbistum eingeladen. Dies war eine diözesane Aktion, die anknüpfte an die bundesweite Aktionswoche der kfd „Macht Euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche!“. Sie startete parallel zum Beginn der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz.

Die kfd im Erzbistum Köln geht weiter ihren Weg
Wir begrüßen es ausdrücklich, wenn sich verschiedene Bewegungen und Aktionen für die Sache der Frauen in der Kirche einsetzen: Je mehr, öfter und vielfältiger, je besser. Wir laden alle Frauen ein, mit uns weiterzugehen.

Köln, 21.10.2019

Für den kfd-Diözesanvorstand

Elisabeth Bungartz                                       
Diözesanvorsitzende

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