kfd-Pilger*innenwege

Aktionswoche und andere Initiativen für Klimaschutz

Köln, 8.10./23.10. 2020 – Klimawandel ist überall: Beim kfd-Pilger*innenweg für die Bewahrung der Schöpfung durch die Kölner Altstadt  wurden zentrale Fragen des Klimaschutzes an verschiedenen Stationen angesprochen. Eingeladen zu diesem speziellen Rundgang Anfang Oktober durch die Altstadt hatte der kfd-Diözesanvorstand.


Anlass war die bundesweite kfd-Aktionswoche, zu der in jedem Jahr zu einem anderen Thema aufgerufen wird. In Köln pilgerten auf Einladung des Diözesanvorstandes zwei Gruppen mit Astrid Mönnikes und Hildegard Müller-Brünker von der Diözesangeschäftsstelle aus zu mehreren Stationen.

So sprach man in einer Tiefgarage über Mobilität, ging zum Thema Ernährung zu einer Wiese am Rhein oder wegen der Mode zu einem Bekleidungsgeschäft. Spirituelle Impulse zu Schöpfungsverantwortung und sachliche Informationen zu diesen Themen begleiteten die Teilnehmer*innen auf ihrem Weg. Dabei wurde deutlich, wie viel Detailwissen auch notwendig ist, um die Voraussetzungen zu verstehen, die zur Erwärmung des Planeten führen.

Wenn schon, dann Margarine ohne Palmöl

Wer weiß schon so genau, dass bei der Produktion von einem Kilo Butter mehr klimaschädliches Co2 freigesetzt als bei der Produktion von einem Kilo Rindfleisch. Und Margarine wiederum nicht unbedingt die klimafreundliche Alternative zu Butter ist, weil darin häufig Palmöle verarbeitet sind, für die Regenwald gerodet wird.

Zum Schrebergarten in den Rheinauen

Dieser Pilger*innenweg zeigte, genau wie auch ein ganz ähnlicher, zu dem die kfd St. Josef und Paulus in Bonn-Beuel eingeladen hatte, wie wichtig das Thema Nachhaltigkeit und Klima in der kfd ist. Dort ging man in einer großen Gruppe von 24 Frauen zu einem Schrebergarten in den Rheinauen, wo ökologische Landwirtschaft in einem Gemeinschaftsgarten betrieben wird. kfd-Referentin Astrid Kafsack, die diesen Pilger*innenweg ehrenamtlich mit Brigitte Mohn und Christiane Herbst-Jütten vorbereitet hatte, freut sich über „die große Offenheit und Interesse, das dem Thema entgegengebracht wird.“ Sie glaubt, dass kfd-Mitglieder auch als Multiplikator*innen wirken können. Mit dem Aktionsmaterial vom kfd-Bundesverband könne man mit wenig Aufwand eine interessante Veranstaltung anbieten und auch Frauen für die kfd interessieren, die noch nicht Mitglied im Verband sind, so die Erfahrung von Kafsack.

In der Oase Erholungspark Volkardey

Das Thema Abfall und Plastik stand in Ratingen im Mittelpunkt: „Wir haben das meditiatives Müllsammeln genannt“, lacht Ursula Guss, die Pfarrvorsitzende von der kfd St. Christophorus und Bartolomäus in Ratingen-Breitscheid. Zusammen mit der kfd Ratingen-West hat sich diese Gruppe bei ihrem Pilger*innenweg auf die Abfallvermeidung konzentriert. Zehn Frauen haben sich im Ratinger Erholungspark Volkardey, ausgerüstet mit Müllsäcken, auf den Weg gemacht. Texte und spirituelle Impulse zum Thema gehörten ebenfalls zu diesem Gang für den Klimaschutz.

Rund um den Beyenburger Stausee

Beim Stadtdekanat Wuppertal führte der Pilger*innenweg durch Wuppertal-Beyenburg, der umgeben ist von wunderschöner Natur und am bergischen Jakobsweg liegt. Gebete, der Gottesdienst zum „Ökumenischen Schöpfungstag“ in der Klosterkirche St. Maria Magdalena, eine Körpermeditation und der Weg um den Beyenburger Stausee und die Stärkung in einem Cafè waren Teil dieses Weges.
Lebhafte Diskussionen gab es beim Lösen eines Wasserrätsels: Wie viel Wasser wird wohl zur Produktion bestimmter Güter verbraucht? „So ging ein erfüllter Tag zu Ende, der uns sowohl die Natur genießen ließ, aber auch sehr nachdenklich machte“, schreibt Cordula Eickenberg, die Vorsitzende des Stadtdekanates Wuppertal später an die Geschäftsstelle des Diözesanverbandes.

Hobby und nützlich zu gleich: Die Imkerei

Es gibt aber auch andere Beispiele dafür, wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Diözesanverband gelebt werden. Das Hobby von Charlotte Karr sind die Bienen. Die stellvertretende Diözesanvorsitzende ist Hobbyimkerin. Dafür hat sie sich umfassend fortgebildet und trägt nun seit drei Jahren mit ihren Bienenstöcken dazu bei, die richtigen Lebensbedingungen für diese nützlichen Insekten zu schaffen.

Schenkt Platz für die Bienen

Auf die Frage, was man selbst für eine bienenfreundliche Umgebung beitragen kann, hat sie einen Tipp für Gartenbesitzer*innen, der über die bienenfreundliche Bepflanzung von Beeten noch hinaus geht. „An eine Sache denken viele nicht, aber das ist eine tolle Unterstützung: Bienen brauchen einen festen Platz. Deshalb werden immer Stellplätze für Bienenstöcke gesucht. Es gibt viele große Gärten, wo es ruhige und leicht zugängliche Ecken dafür gäbe.“

Rheinbacher Feierabendmarkt

Gudrun Jülich wiederum hat zusammen mit ihrer kfd-Vorstandskollegin Susanne Wizigmann-Voos von der kfd St. Martin in Rheinbach eine Initiative gestartet, von der auch der Imker um die Ecke profitieren kann und sich der Kreis zur regionalen Vermarktung von ökologisch erzeugten Produkten schließt. Zusammen mit anderen Ehrenamtlichen haben die beiden den Feierabendmarkt in Rheinbach gegründet.

Um die Ecke einkaufen: Ökologische Produkte

Seit Anfang Juli bieten jeden Donnerstag von 16 bis 19 Uhr zehn bis zwölf landwirtschaftliche Produzent*innen aus der nahen Umgebung auf dem Kirchplatz von St. Martin ihre Waren an. Die Uhrzeit ist bewusst gewählt: So können auch Erwerbstätige bequem dort einkaufen. Sie wollen damit „kleine Landwirtschaftsbetriebe und Erzeuger*innen unterstützen, die nachhaltig und ökologisch wirtschaften und ortsnahe Vermarktungsmöglichkeiten brauchen.

Eine Marktlücke geschlossen

Das fehlte in Rheinbach und "ein ähnliches Projekt in Bonn auf dem Kirchplatz von St. Marien hat uns inspiriert,“ erzählt die Finanzökonomin. „Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass dies ein wirksamer Beitrag für den Klimaschutz ist, denn der Feierabendmarkt kommt sehr gut an und viele Menschen kommen zum Einkaufen dorthin.“ Ihre Motivation: „Als Christin ist mir die Bewahrung der Schöpfung ein Anliegen und ich interessiere mich seit langem für Naturschutz. In der kfd spielen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Geschlechtergerechtigkeit eine große Rolle. Das motiviert natürlich.“

Plus Begegnung für die Kontakte

Beim neuesten Stand auf dem Markt wird mit immateriellen Gütern gehandelt: Begegnung und Informationen. Seit Anfang Oktober gibt es einen kfd-Stand: Dort können sich kfd-Mitglieder sich ihr buntes Einkaufsnetz aussuchen, dass die kfd-Mitarbeiterinnen für sie gehäkelt haben. Das Netz soll zu nachhaltigem und umweltfreundlichem Einkaufen ermuntern. Nun gibt es den Feierabendmarkt schon einige Monate und man hat nicht nur eine Verkaufsplattform für regionale und ökologisch Produkte geschaffen. Schnell hat sich der Rheinbacher Feierabendmarkt zu einem Treffpunkt entwickelt, wo man sich immer über Begegnungen freuen kann. Denn, sagt Gudrun Jülich, „die können sonst viel zu selten stattfinden.“

Eine Insel geht unter

Beim kfd-Diözesanverband bereitet man sich indes schon längst auf den nächsten Weltgebetstag im März vor. Daran beteiligen sich viele kfd-Gruppen. Ihnen wird in den Ohren klingen, was sie auch auf dem Pilger*innenweg hörten. Die Schöpfung leidet. Denn die Frauen, die die Gebetsordnung vorbereitet haben, leben im kleinen südpazifischen Inselstaat Vanuatu. Hier mussten Menschen schon ihre Häuser verlassen und Dörfer aufgeben, weil der Meeresspiegel wegen der Klimaerwärmung unaufhaltsam ansteigt.
Sabine Schleiden-Hecking

Fotos und Video: Jörg Brocks/Gudrun Jülich/Astrid Kafsack/Charlotte Karr/Brigitte Mohn/privat/Wolfgang Voos