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    Mit dem Kreuzzeichen segnen: Professorin Jeggle-Merz (re) und Lydia Wallraf-Klünter bei der Kathedralvesper.
    Mit dem Kreuzzeichen segnen: Professorin Jeggle-Merz (re) und Lydia Wallraf-Klünter bei der Kathedralvesper.
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    Jede Teilnehmerin erhielt für die Lichtprozession eine Kerze.
    Jede Teilnehmerin erhielt für die Lichtprozession eine Kerze.
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    Einander im Segnen halten. Eine körperliche und berührende Erfahrung.
    Einander im Segnen halten. Eine körperliche und berührende Erfahrung.
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    Schreibwerkstatt: Den Segen in eigene Worte fassen, das ist auch Übungssache.
    Schreibwerkstatt: Den Segen in eigene Worte fassen, das ist auch Übungssache.
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    40 Teilnehmerinnen und eine segensreiche Gemeinschaft!
    40 Teilnehmerinnen und eine segensreiche Gemeinschaft!

Ich will dich segnen

Spiritueller Studientag mit Liturgiewissenschaftlerin Jeggle-Merz

Köln. 9.6.2018 „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“: Dieses Bibelwort aus dem Schöpfungsbericht stand über dem spirituellen Studientag mit der Liturgiewissenschaftlerin Professorin Birgit Jeggle-Merz im Maternushaus in Köln.
Der Segen, Segensgebete- und Lieder, Segensgesten  – all das kannten die Teilnehmerinnen zwar und viele segnen bis heute als Mütter oder Großmütter ihre Kinder und Enkelkinder. Aber viele wollten sich einmal ganz gründlich mit dem Segnen befassen und erfahren, was biblisch und theologisch dahintersteckt. Sie wolle „mehr wissen über die Kraft des Segnens“, wie eine Teilnehmerin bei der Vorstellungsrunde sagt



Segen als Kraftquelle für die Arbeit in der kfd

Das Ziel des Tages war, wie es Lydia Wallraf-Klünter, die Diözesanvorsitzende, erklärt: „Wir wollen unsere Mitglieder spirituell stärken und ihnen zeigen, wie sie ihren Glauben mit anderen teilen können. Der Segen und das Segensgebet sind wichtige, aber heute oft vergessene Wege, davon haben ja auch manche der Teilnehmerinnen gesprochen. Die Bibel sagt: ´Gott sei dir gnädig.` Er ist jedem Menschen wohlgesonnen. Aber nehmen wir den Segen Gottes auch immer wahr? Hier ein Zeichen zu setzen, diesen Segen auch als Kraftquelle für unsere Arbeit in den Gruppen anzunehmen – das ist uns wichtig.“

Als Referentin in Köln gut bekannt

Man habe mit Professorin Jeggle-Merz nun schon zum dritten Mal eine besonders kompetente Referentin gewinnen können, sagte Wallraf-Klünter weiter. Die in Westfalen geborene Theologin lehrt seit vielen Jahren an den Universitäten Chur und Luzern. Sie war bereits 2013 anlässlich des Eucharistischen Kongresses zu Gast in Köln und hielt 2016 das FrauenWort im Dom.

Gesegnet sind alle Menschen – immer

„Der Segen ist von Gott als Zustand gewirkt“, erklärte Jeggle-Merz, die in ihrem Einführungsreferat über „Erkundungen“ in Bibel, Theologie und Kunst zunächst einen Überblick über das Segnen gab. „Gott geht mit den Menschen einen intensiven Bund ein, der Mensch ist ganz ohne eigenes Zutun gesegnet“, erläuterte die Liturgiewissenschaftlerin den innersten theologischen Kern des Segens.

Im Segnen begegnen sich die Menschen

Im Segnen entfalteten sich drei Dimensionen, wie sie ausführte: Die Hinwendung zum anderen, also zum „Du“, zur Gemeinschaft und in der sozialen Verpflichtung des Einzelnen ein Segen für andere zu sein. Zu einem gelingenden Leben brauchten die Menschen Gott, der sie mit seinem Segen umfängt wie es auch im Schöpfungsbericht schon stehe.

Die Kraft des Segnens durch Berühren weitergeben

Ganz bewusst gemeinsam Segenslieder singen, wie es die Teilnehmerinnen taten oder als Segensgeste ein Kreuzzeichen auf die Stirn erhalten oder eine beschützende Geste wie das Handauflegen auf die Schultern spüren – das kann die darin liegende Zuwendung Gottes auch körperlich wohltuend deutlich machen. So erlebten es die Teilnehmerinnen auch bei einer Übung. Ganz überrascht war die eine, die fand: „Ich habe das noch nie so bewusst wahrgenommen“, hieß es oder wie es Teilnehmerin Christa Düren ausdrückte: „Durch die Berührung wird die Kraft des Segens weitergegeben und geteilt.“

Segensworte können alle sprechen

Auch hatten die Teilnehmerinnen Gelegenheit in einer Schreibwerkstatt selbst Segensworte zu schreiben. Denn jede und jeder kann durch die Kraft der Taufe einen anderen Menschen segnen, weil sie oder er selbst von Gott gesegnet ist. So kann ein persönlicher Segen, in dem auf den Anlass des Segens konkret und einfach eingegangen wird, stärken für das, was vor einem liegt.

Zusammen die Kathedralvesper feiern

Den spirituellen Abschluss des Tages feierten die Frauen mit einer Kathedralvesper in der Kapelle des Maternushauses. Sie ist eine wichtige, allerdings nicht sehr bekannte Form der Wortgottesfeier. Zentrales Element darin ist neben den Gebeten, dem Erteilen eines persönlichen Segens durch die Vorsteherin des Gottesdienstes, die Lichtprozession. Sie wird durch die Lichtbegrüßung eingeleitet.

Mit dem Licht Christus begrüßen

Damit wird rituell ein zentraler christlicher Glaubensinhalt entfaltet, der Christus als das Licht der Welt lobt und preist. So war es vielleicht etwas ungewöhnlich, aber durchaus passend für das katholische Maternushaus, dass die Lichtprozession von der kleinen Kapelle ihren Weg durch das Foyer des Bildungshauses nahm.

Teilnehmerinnen sagen: Es war gelungen!

Die Teilnehmerinnen erlebten den Studientag, wie Lydia Wallraf-Klünter aus vielen Gesprächen erfuhr, als eine „gelungene Mischung aus theologischen Inhalten, praktischem Tun und eigenem religiösen Erleben. Insbesondere hat die Frauen die würdige und präsente Gestaltung der Kathedralvesper sehr beeindruckt,“ sagte sie. „Professorin Jeggle-Merz hat die komplexen Inhalte und die Bedeutung des Segens sehr allgemeinverständlich dargestellt und somit auch alltagstauglich gemacht. Eine Vertiefung des Themas kann ich mir sehr gut vorstellen.“
Sabine Schleiden-Hecking

Fotos: Jörg Brocks