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    Start mit einem biblischen Impuls, zu dem Sieger Köder ein passendes Bild malte.
    Start mit einem biblischen Impuls, zu dem Sieger Köder ein passendes Bild malte.
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    Die Teilnehmerinnen waren voller Interesse dabei und ließen sich vom Programm überraschen..
    Die Teilnehmerinnen waren voller Interesse dabei und ließen sich vom Programm überraschen.
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    Der Heimatfilm gestern und heute: Filmausschnitte regten das Gespräch an.
    Der Heimatfilm gestern und heute: Filmausschnitte regten das Gespräch an.
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    Was gehört alles in ein Heimatkochbuch? Da musste niemand lange überlegen.
    Was gehört alles in ein Heimatkochbuch? Da musste niemand lange überlegen.
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    Die Ergebnisse aus den Tischgruppen werden für alle sichtbar präsentiert.
    Die Ergebnisse aus den Tischgruppen werden für alle sichtbar präsentiert.

Heimat ist, wo ich zuhause bin

80 Teilnehmerinnen genießen die dritte FrauenFrühstücksZeit

Köln. 26.1.2019 Bei der dritten FrauenFrühstücksZeit in der Residenz am Dom ging es einen Vormittag lang um „Heimat in Vergangenheit und Gegenwart“. Ein Thema, das "alle angeht und seit geraumer Zeit wieder sehr populär ist," wie die stellvertretende Diözesanvorsitzende Elisabeth Bungartz in der  Begrüßung sagte. Das sei aus gutem Grund so, denn: „Eine Heimat zu haben und zu wissen, woher man kommt, wo man sich akzeptiert und sicher fühlt, gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen.“


Ich weiß nicht, was soll es bedeuten

Zu Heimat gehört auch Liedgut und so kannte jede der 80 Teilnehmerinnen das berühmte Lorelei-Lied „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten …“. Und so erschall im Chor die Antwort auf die Frage, wie die Liedzeile wohl weiter geht: „ … dass ich so traurig bin“  bin. Beim  Volkslieder-Quiz spürten sie der „Seele“ der Heimat nach und so konnte immer wenigstens eine die teils ziemlich kniffligen Fragen beantworten. Zwischendrin sangen sie, auf dem Akkordeon von Krisztián Palágyi begleitet, auch einige der altvertrauten Lieder, nach denen sie gefragt wurden.

Würden Sie wieder an Ihren Wohnort ziehen?

Vorher hatten die Frauen schon eine Checkliste ausgefüllt, die ihrer Verbundenheit mit ihrem Wohnort auf den „Zahn“ fühlte. „Würden Sie diesen Ort immer wieder zum Wohnort auswählen?“  oder „Gibt es Menschen an diesem Ort, die zur Stelle sind, wenn ich Hilfe brauche?“ wurde da beispielsweise gefragt.

Die kfd wählte bewusst das Thema aus

Damit wurde bei dem eingehakt, was die geschäftsführende Referentin des Diözesanverbandes Ursula Sänger-Strüder als Zielsetzung der Veranstaltung beschreibt, die das gemeinsame Frühstück mit inhaltlichem Angebot verknüpft.
„Wir leben in einer unübersichtlichen, oft auch bedrohlich wirkenden Welt. Viele Menschen verlieren ihre Heimat oder müssen darum bangen, selbst in unserer Nachbarschaft, da wo die Braunkohle abgebaut wird und Menschen ihre Dörfer verlassen müssen.“ Die kfd sei das Gegenteil: Sie vermittle Beständigkeit und Nähe.

Pfarrgemeinde geht als Heimat verloren

Auch im kirchlichen Leben sei zunehmend Heimatlosigkeit zu beobachten, entstanden durch die Auflösung der traditionellen, gemeindlichen Strukturen und das Zusammenlegen der Pfarreien. „Die Leute sind sehr verunsichert, sie wissen oft nicht mehr, wohin sie gehören“, erfährt sie häufig von kfd-Mitgliedern im Gespräch.

Heimat im Glauben finden

Die FrauenFrühstücksZeit biete Gelegenheit sich dessen zu vergewissern, zum Beispiel auch dass Glauben ein Heimatort sein könne wie es eine Bibelbetrachtung zu Versen aus Jejesa zeigte: „Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände“, schreibt der Prophet und gibt so das Versprechen Gottes weiter: Aus seiner Hand kann niemand herausfallen.

Was die kfd geben kann

Auch die Mitgliedschaft in der kfd könne ein solcher Heimatort sein, meint Sänger-Strüder. „Die kfd kann da doch auch etwas auffangen.“ Das bestätigt auch Hildegard Schneevogt von der kfd St. Franziskus in Gummersbach, die sich in der kfd so wohlfühlt, weil sie dort als Mitarbeiterin im Besuchsdienst mitmachen könne. „Da helfe ich gerne“, sagt sie.

Unterhaltsames, das auch nachdenklich machte

Zum Programm, das kfd-Referentin Elisabeth Glotzbach inhaltlich vorbereitet hatte, gehörte auch die Präsentation von drei Ausschnitten aus alten und neuen Heimatfilmen, die verschiedene Facetten von Heimat zeigten oder eine auf der Bühne nachgespielte Podiumsdiskussion. Darin spricht eine „Spiegel-Redakteurin“ mit einer Landwirtin, einer Migrantin, die aber eigentlich eine waschechte Duisburgerin ist und einer digitalen Nomadin, die aus der Ferne zugeschaltet ist, darüber, was für sie „Heimat“ bedeutet.

Heimat entsteht, wo man lebt

In der viel Heiterkeit erzeugenden „Gesprächsrunde“, in der auch der Kuh eine Art Heimatgefühl bescheinigt wurde, bekam Heimat ganz verschiedene Zuschreibungen. Herzblut aber war immer dabei. Ganz so wie auch an diesem Vormittag. Magda Hoer zum Beispiel stammt eigentlich aus Aalst in Flandern, lebt schon viele Jahre in Wevelinghoven bei Grevenbroich und fühlt sich aber auch mit Aachen, wo sie einige Jahre lebte, verbunden. Sie sagt „Heimat entsteht da, wo man lebt“ – Heimat ist nichts Statisches für sie. „Heimat nimmt man für selbstverständlich, da war es gut einmal darüber nachzudenken, was Heimat überhaupt ist und auch was man dafür tun kann, dass die Heimat die Heimat bleibt, die man liebt.“

Heimat ist nicht (nur) ein Ort

Maria Haas hingegen würde immer zwei Orte ihre Heimat nennen: Dahlem in der Eifel, wo sie geboren und aufgewachsen ist und Gummersbach, wo sie inzwischen zwei Drittel ihres Lebens lebt. Immer noch spricht sie gerne mit ihren Geschwistern den Dialekt ihrer Kindheit, das erzeugt in ihr ein sehr vertrautes Gefühl. Zugleich ist sie aber auch mit Leib und Seele in Gummersbach zuhause. Schließlich sind da auch die Kinder geboren.

Zeigen, was typisch ist

Die teils unterhaltenden, teils nachdenklich stimmenden Elemente bereiteten auch auf das vor, womit sich dann die Teilnehmerinnen sehr engagiert im letzten Teil des Vormittages beschäftigten. Sie planten in Tischgruppen ein Heimatkochbuch, eine Heimatbroschüre und eine Heimatausstellung.

Kostbarkeiten in der Küche: Himmel und Kaviar

So kommen im Heimatkochbuch „Himmel und Äd“ (Apfelmus mit Kartoffelbrei) ebenso auf den Tisch wie "Kölsch Kaviar "(Blutwurst) oder "Quallmann mit Klatschkies" (Pellkartoffeln mit Kräuterquark). In der Broschüre würden Zugezogene in Brühl alles lesen können, was die kfd vor Ort, aber auch kirchliches Ehrenamt im Allgemeinen „Neuen“ zu bieten hätten. So erhielten zum Beispiel Migrant*innen auch Hilfe bei Behördengängen, trug Ursula Heil von der kfd St. Margareta in Brühl vor: „Wir sind da wirklich gut aufgestellt.“

Wir kommen wieder

Die anderen Teilnehmerinnen aus ihrer Gruppe und sie waren gern bei der FrauenFrühstücksZeit und haben das abwechslungsreiche Programm, bei sie dem ihre Meinung sehr gefragt war, genossen. So macht sie noch gerne ein Kompliment für die Organisatorinnen der FrauenFrühstücksZeit in der Geschäftsstelle: „Wir sind rundum zufrieden. Und wir kommen wieder. Wir warten schon auf die nächsten Einladungen!“
Sabine Schleiden-Hecking

Fotos: Jörg Brocks