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    Es ging um Dienste und Ämter in der Kirche.
    Es ging um Dienste und Ämter in der Kirche.
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    Die Mitglieder des Diözesanausschusses unterstützen den Diözesanvorstand.
    Die Mitglieder des Diözesanausschusses unterstützen den Diözesanvorstand.
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    Ulrike Göken-Huismann (2.v.l.), die geistliche Leiterin des kfd-Bundesverbandes, erläuterte den Entwurf des neuen Positionspapieres.
    Ulrike Göken-Huismann (2.v.l.), die geistliche Leiterin des kfd-Bundesverbandes, erläuterte den Entwurf des neuen Positionspapieres.

gleich und berechtigt in der Kirche

Diözesanausschuss für die Forderungen im Entwurf des neuen Positionspapieres

Köln, 27.5.2019 – Mit einer eindeutigen Mehrheit haben sich die Mitglieder des Diözesanausschusses auf ihrer außerordentlichen Sitzung am Freitag für den Entwurf zu einem neuen Positionspapier „gleich und berechtigt“ des kfd-Bundesverbandes ausgesprochen. Es soll auf der nächsten Bundesversammlung vom 20. bis 22. Juni in Mainz beschlossen werden.


Die sechs Delegierten des Diözesanverbandes wurden demnach mit dem Mandat ausgestattet, den Forderungen, die in diesem Positionspapier erhoben werden, zuzustimmen. Der Diözesanausschuss berät und bereitet zusammen mit dem Diözesanvorstand verbandspolitische Entscheidungen vor.

Die kfd fordert nachdrücklich gleichberechtigte Teilhabe

Im Mittelpunkt der Beratungen auf der Bundesversammlung in Mainz wird die Forderung nach einer gendergerechten und zukunftsfähigen Kirche stehen: Eine Forderung, die die kfd seit mehr als 40 Jahren bewegt. So heißt es in dem Entwurf unter anderem: „Daher fordert die kfd mit Nachdruck die volle Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche und die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an allen Diensten und Ämtern in der Kirche."

Geistliche Leiterin Ulrike Göken-Huismann erläutert theologische Positionen

Der Entwurf zum Positionspapier wurde von den Mitgliedern des Diözesanausschusses, neben der Delegiertensammlung das beschlussfassende Organ des Diözesanverbandes, intensiv beraten. Dazu war auch die Geistliche Leiterin des Bundesverbandes, Ulrike Göken-Huismann, eingeladen worden. Sie stellte den Entwurf des Positionspapieres vor und legte die theologischen Begründungen vor.

Nicht neu: Bereits vor 40 Jahren hatte die kfd die Position von heute

Zuvor wurde Rückschau auf die Position der kfd zur gerechten Teilhabe von Frauen in der Kirche seit der Würzburger Synode (1971-1975) über das Orientierungs- und Arbeitsprogramm (OAP) von 1978 bis zum Leitbild „leidenschaftlich glauben und leben“ von 2008 gehalten. In mehr als 40 Jahren hat sich nichts grundsätzlich an der Position der kfd zu diesen Fragen geändert.

1978: Die Diskussion um das Priestertum der Frau soll weitergehen

So heißt es bereits 1978 im OAP: „Die Frauengemeinschaft ermutigt und unterstützt Frauen zur Mitgestaltung der Liturgie, Übernahme von liturgischen Diensten und Teilhabe an der Verkündigung. Durch entsprechende Bildungsangebote werden sie für diese Aufgabe aus- und fortgebildet. Auch will die kfd, dass die Diskussion um das Priestertum der Frau weitergeht." 2008 steht dazu im Leitbild „leidenschaftlich glauben und leben“: „Wir setzen uns ein für die gerechte Teilhabe von Frauen in der Kirche.“

Leitlinien ´99 unter Druck geändert

Einschneidend war vor 20 Jahren für die kfd die Verabschiedung der Leitlinien '99. Unter Druck wurde die Forderung nach der Zulassung der Frauen zu allen Ämtern und Aufgaben in der Kirche herausgenommen. Daraus erwuchs der über mehrere Jahre dauernde Prozess „Charismen leben, Kirche sein" – er war hilfreich, weil sich die kfd-Mitglieder dadurch ihrer spirituellen und geistlichen Talente und Kompetenz versichern konnten. 2019, zwanzig Jahre später, ist die Zeit reif erneut diese Forderung zu erheben, davon sind die kfd-Verantwortlichen überzeugt.

Gründliches Abwägen aller Argumente

Die Beratungen der Mitglieder des Diözesanausschusses fand in einer ruhigen, unaufgeregten und sachlichen Atmosphäre statt. Viele Aspekte wurden gründlich und sehr ernsthaft besprochen, auch die Frage danach, wie die unterschiedlichen Meinungen der kfd-Mitglieder zu dieser Frage zu berücksichtigen sind. Alle Für und Wider wurden abgewogen, sodass sich die Versammlung auf ein eindeutiges Votum einigen und die Delegierten für die Bundesversammlung – das sind die Vorstandsmitglieder – aufforderten, sich für das Positionspapier, das dann zur Abstimmung stehen wird, zu entscheiden.

Mutiger und aufrichtiger werden

Dazu stellte die stellvertretende Diözesanvorsitzende Hildegard Leven noch einmal ihren Antrag, den sie auf der letzten Sitzung des Diözesanausschusses am 5. April bereits eingebracht hatte. Darin forderte sie die Mitglieder des Diözesanausschusses auf, den Diözesanvorstand eindeutig in Fragen einer gendergerechten Kirche zu unterstützen und „mutiger und aufrichtiger in der Behandlung des Themenkomplexes zu werden“.

Montagsgebet für die richtigen Entscheidungen

Unterstützen wird die kfd im Erzbistum Köln die Forderungen nach einer gendergerechten Kirche mit den Montagsgebeten vor Groß St. Martin, das erstmals am 20. Mai gebetet wurde und bis auf weiteres einmal im Monat an einem Montag jeweils um 16.30 Uhr, das nächste Mal am 24. Juni, gehalten wird.
Ursula Sänger-Strüder

Fotos: Jörg Brocks