Glaubens- und Lebensspuren

Mit der kfd unterwegs zur heiligen Hildegard

Köln/Eibingen, 19.9.2019 – Mit vollen Köpfen und vollen Herzen sind die Frauen zurückgekehrt, die fünf Tage mit dem Diözesanverband Köln und dem Reiseveranstalter Kultour Natour Touristik auf den Glaubens- und Lebensspuren der heiligen Hildegard von Bingen unterwegs waren: voll mit Eindrücken und Informationen, mit Erfahrungen und Erlebnissen. „Ein tolles, abwechslungsreiches Programm“, lautete das Fazit der Teilnehmerinnen, als sie für die Heimreise in Eibingen in den Bus stiegen.


An der Wallfahrtskirche der heiligen Hildegard hatten sie zum Abschluss der Reise am Pontifikalamt zum Hildegardisfest am 17. September teilgenommen. Nach der Messe gab es Gelegenheit, am geöffneten Reliquienschrein Hildegard „persönlich“ zu begegnen. Ein Gegenübertreten, das für manche nach der intensiven Auseinandersetzung mit der Heiligen in den zurückliegenden Tagen umso bewegender war.

Stationen einer Reise

Das Hildegardmuseum in Bingen, die (vermeintliche) Taufkirche in Bermersheim und der Ort der Begegnung mit Kaiser Barbarossa in Ingelheim gehörten ebenso zum Programm der Reise wie das Benediktinerinnenkloster St. Hildegard oberhalb von Eibingen oder der Disibodenberg mit der Ruine des Klosters, wo Hildegard 39 Jahre quasi als „gedultetes Anhängsel“ einer Männerabtei gelebt und gebetet hat. Besonders interessant fanden einige der Teilnehmerinnen die unterschiedlichen Perspektiven, von denen aus sie Leben und Werk der Frau betrachten durften, die vor sieben Jahren vom Papst zur Kirchenlehrerin erhoben wurde.

Der wissenschaftliche Blick auf Hildegard

„Im Hildegardmuseum zum Beispiel wurden wir auf den neuesten Stand der Forschung gebracht“, erzählt Elisabeth Glotzbach. Als kfd-Referentin mit dem Arbeitsschwerpunkt Theologie und Kirche begleitete sie die Reise zusammen mit der stellvertretenden Diözesanvorsitzenden Hildegard Leven. „Das war hoch interessant“, befanden beide. „Und man kommt schon ans Nachdenken, wenn man zum Beispiel erfährt, dass Hildegards Schriften wohl in einem anderen Kloster transkribiert worden sind und man nicht mit Sicherheit sagen kann, ob da etwas ergänzt oder weggelassen wurde.“

Der Disibodenberg hat einen Zauber

Nachdem die wissenschaftliche Sichtweise Hildegard für die ein oder andere Teilnehmerin etwas entzaubert hatte, brachten unter anderem die lebhaften Schilderungen der Küsterin in der Taufkirche und der Besuch auf dem Disibodenberg ein Stück dieses Zaubers zurück. „Diese Klosterruine, das ist für mich als Hildegard ein ganz besonderer Ort“, gesteht Leven. „Dass einem in dieser tollen Lage, an einem so lichten Ort auch lichte Gedanken kommen, das kann man sich gut vorstellen.“

Kloster Eberbach: Kulisse für Kinofilme

Von der Nahe ging es am Montag zum Rhein, genau genommen nach Eltville zum Kloster Eberbach, Kulisse des Hildegard-Films „Visionen“, den die Gruppe zuvor gesehen hatte, und Drehort für den Klassiker „Der Name der Rose“. Bei einer Führung durch die imposante Anlage erfuhren die Frauen nicht nur viel über die Geschichte des Ortes und das Leben, das Mönche und Laienbrüder dort früher führten, sondern zum Beispiel auch, warum man davon spricht „ein Buch aufzuschlagen“. Früher hatten die Bücher nämlich metallene Schließen und war eine solche lange nicht benutzt worden, musste man sie mit einem Hämmerchen aufschlagen.

Fürst Metternich und ein Riesenfass

Auch wie viel Wein einst in das größte Fass des Klosters passte, erfuhren die Frauen: sage und schreibe 71.000 Liter. Was sich aus den leckeren Trauben an den Rheinhängen so machen lässt, zeigte sich auch an der zweiten Station des Tages, Schloss Johannisberg, Heimat des Sekt „Fürst von Metternich“. Von dort aus wanderte ein Teil der Gruppe auf dem Klostersteig zum Kloster Marienthal, wo am Gnadenbild gemeinsam mit den Buspilgern der Sieben Schmerzen Mariens gedacht wurde. Mit dem Segen der Gottesmutter ging es dann weiter - wiederum per pedes oder per Bus - zum Benediktinerinnenkloster St. Hildegard zur Mitfeier der Vesper und zum Stöbern im Klosterladen.

Was im Herzen bleibt

Wein, Tee und Dinkel-Kekse aus dem Laden sind sichtbare Mitbringsel von der Reise. Die unsichtbaren - in den Köpfen und Herzen - werden die wertvolleren sein.
Kathrin Becker

Fotos: Kathrin Becker