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    Vor dem Eingang zum Kölner Hauptbahnhof schwenkt eine Stelzenläuferin einen roten Schal mit dem Motto der Mitgliederwerbekampagne "Frauen.Macht.Zukunft."
    Hält die Zukunft hoch: Stelzenläuferin im Einsatz für den Frauenzukunftstag vor dem Kölner Hauptbahnhof.
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    Frauen mit roten Schirmen schauen gespannt in eine Richtung. Sie tragen rote Schals mit der Aufschrift "Frauen.Macht.Zukunft."
    Trotz Regen: kfd-Frauen sind zum Bahnhofsvorplatz gekommen und klatschen Beifall.
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    Man sieht ins innere einer großen Bühne. Links voren eine Band, rechts daneben sechs Frauen. Im Hintergrund ein großes Banner mit der Aufschrift "Ich will keine Schokolade ..." und Frauen.Macht.Zukunft.
    Auf der Bühne immer dabei: Der kfd-Vorstand mit WDR-Moderatorin Simone Standl und die Churchrocker.
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    Vier strahlende Frauen mit weißen Sommerhüten, ein Hutband mit der Aufschrift Zukunft.
    Diese vier aus Düsseldorf glauben an die Zukunft wie man sieht. Ganz rechts Bundesgeschäftsführerin Beate Kruse.
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    Links Diözesanpräses Robert Kleine im grauen Anzug mit rotem Schal um den Hals. Simone Standl rechts hält ihm ein Mikrofon hin. Beide lachen.
    Frauen in der Kirche ist zwar ein ernstes Thema. Aber es gibt in der kfd trotzdem genug zu lachen, wie dieser Augenblicksmoment im Interview zwischen Diözesanpräses Kleine und Moderatorin Simone Standl zeigt.

Frauenzukunftstag in Köln

"Ich will keine Schokolade ..." - sondern Gerechtigkeit und Gleichberechtigung

25.6.2016 „Ich will keine Schokolade ...“ – aber was dann? Unter diesem irritierenden, manche sogar provozierenden Motto, bereitete der kfd-Diözesanverband Köln den Antworten auf diese Frage im wahrsten Sinn des Wortes eine große Bühne. Sie stand auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz und zog bereits am Freitagabend vorher mit dem Riesentransparent beim Aufbau und Proben für das heitere Programm viel Aufmerksamkeit auf sich.


Trotz Dauerregen gut gelaunte Zuschauerinnen

Mehr als 250 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten gut gelaunt ab elf Uhr das Bühnengeschehen. Sie hatten sich nicht vom seit dem Morgen niedergehenden Dauerregen davon abhalten lassen nach Köln zu kommen. Vielmehr ließen sie sich anstecken vom Schwung auf der Bühne, waren beeindruckt vom Durchhaltevermögen der Akteurinnen und dem 13-köpfigen Kampagnenteam, das den Tag vorbereitet hatte. Sie sangen begeistert das Kampagnenlied mit, das von der Komponistin selbst, Bea Nyga, angestimmt wurde und hörten gerne die kölschen Hits, mit denen die Churchrocker gute Laune verbreiteten.

Rote Regenschirmparty auf dem Bahnhofsvorplatz

Der Bahnhofsvorplatz, sonst eher trist und grau, bekam trotz des Regens fast einen heiteren Anstrich. Überall Frauen in Rot, den Kampagnenschal mit dem Kampagnenmotto „Frauen.Macht.Zukunft.“ mal um einen weißen Sonnenhut geschlungen, mal um den Hals gewickelt, und auch als Regenschutz über den Kopf gelegt. Rote kfd-Schirme waren wie Tupfer über den großen Platz verteilt und so geriet der Frauenzukunftstag auch zu einer „roten Regenschirmparty“, wie das Kölner Domradio auf seiner Website schreibt. Passantinnen bekommen von den kfd-Mitarbeiterinnen mit dem kfd-Bauchladen bunte kfd-Anstecker, Informationen und ja tatsächlich: ein Täfelchen Fairschokolade. Eine Bedienung aus einer der umliegenden Gaststätten lässt sich so von der kfd anstecken, dass sie sich schon mal den Kampagnenschal sichert und auch gleich nach dem Beitrittsformular fragt.

Große Bühne für die Ziele der kfd

Simone Standl, Moderatorin bei der WDR-Lokalzeit, führte durchs Programm, das unterhaltsam, auch nachdenklich und bisweilen ein bisschen bissig zeigte, wofür und wie sich die kfd einsetzt: für Gleichberechtigung, ob für gerechte Renten, Transparenz bei Löhnen, für sexuelle Selbstbestimmung, Anerkennung von ehrenamtlicher Arbeit oder für mehr Führungspositionen und Anerkennung der Arbeit von Frauen in der Kirche. Musik mit den Churchrockern, mit Bea Nyga, oder  Szenen der Theatergruppe Eissplittertorte, Stelzenläuferinnen von eSteffania, dem kfd-Nachrichtenportal 2046, Interviews auf der Bühne, der Rote-Schirm-Aktion zu Spiritualität von Frauen: Das alles wurde dem Publikum geboten.

Löhrmann: kfd stellt die gesellschaftlich wichtigen Fragen

Dafür gab es auch prominente Unterstützung, angefangen bei Kardinal Woelki über Heiner Koch, Erzbischof von Berlin, der ehemals Diözesanpräses war, über die Oberbürgermeisterin Henriette Reker bis hin zur stellvertretenden Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann. Diese hatte in einem vorab aufgezeichneten Statement gesagt, dass sie die kfd als Partnerin in der Politik schätze. „Die kfd ist wichtig, weil sie deutlich macht, dass man an Frauen heutzutage nicht mehr vorbei kommt.“ Die Stärke der kfd mit ihren vielen Mitgliedern liege darin, dass sie immer wieder die gesellschaftlichen relevanten Fragen thematisiere und den Finger in die Wunden lege.

Woelki: kfd ist unverzichtbar

Kardinal Woelki begrüßte die Teilnehmerinnen und Zuschauerinnen per Grußbotschaft, die über eine große Leinwand übertragen und auch über die Facebook-Seite des Erzbistums verbreitet wurde. Er bezeichnete die kfd als unverzichtbar für die Gemeinden. „Wenn unsere Kirche und unsere Gesellschaft wirklich eine lebenswerte Zukunft haben sollen, sind die Frauen, gerade die katholisch stark engagierten Frauen, unverzichtbar“. Und Oberbürgermeisterin Henriette Reker lobte die kfd als Kooperationspartnerin für die Stadt Köln, zum Beispiel bei der Arbeit für Flüchtlinge.

Bahnhofvorplatz soll wieder positive Erinnerungen wecken

Diözesanvorsitzende Lydia Wallraf-Klünter begrüßte die Zuschauerinnen mit einem Blick in die Zukunft: „Wir gehen selbstbewusst unseren Weg, ohne Angst und offen für die Fragen der Zeit. Wir können Wegbereiterinnen für eine gute Zukunft werden.“ Ganz bewusst ergänzte sie angesichts mancher Fragen zum Veranstaltungsort, dass die Frauen „diesem Platz wieder positives Erleben verleihen, angstfreie Begegnungen, Freude, Toleranz. Nie wieder wollen wir das Grauen der Silvesternacht spüren. Nie wieder!“, rief sie.

13000 neue Mitglieder, davon 1500 aus Köln

Der Frauenzukunftstag ist Teil der bundesweiten Mitgliederwerbekampagne „Frauen.Macht.Zukunft“, die 2014 ebenfalls auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz begonnen hatte. Die wichtigste Nachricht in dieser Sache überbrachte Bundesvorsitzende Maria Theresia Opladen in ihrem Grußwort. Seitdem hat die kfd 13000 neue Mitglieder gewinnen können, mehr als zehn Prozent, nämlich 1500 davon kommen aus dem Diözesanverband Köln.

Dauerregen bereitete ein vorzeitiges Ende

Nicht alles, was die kfd auf dieser Bühne zu sagen gehabt hätte, konnte dann noch gesagt und gezeigt werden. Wichtige, vorab aufgezeichnete Video-Statements wie das von Sylvia Löhrmann, der Liturgieprofessorin Birgit Jeggle-Merz, die erst vierzehn Tage zuvor beim FrauenWort gepredigt hatte und von der Vorsitzenden der kfd-Stiftung, Ute Schröder, konnten nicht mehr abgespielt werden. Wegen des immer heftiger werdenden Starkregens musste das Programm nach zwei Stunden abgebrochen werden.

Fazit: Rückhalt für die kfd in Politik und Gesellschaft

Für den Diözesanvorstand zieht Lydia Wallraf-Klünter dennoch ein sehr positives Fazit, denn der Frauenzukunftstag hatte längst vor dem Tag selbst Wirkung entfaltet: „Wir haben in der Vorbereitung und bei der Veranstaltung selbst eine große Solidarität erlebt. Die kfd wird wirklich geschätzt als Gesprächs- und Kooperationspartnerin, sie hat Rückhalt in Politik und Kirche. Wir konnten zeigen, dass die kfd mit ihren 60.000 Mitgliedern etwas tut für Frauen und dass es sich lohnt, Mitglied in der kfd zu sein.“

So hat der Frauenzukunftstag trotz seines frühzeitigen Endes ein deutliches Signal gesetzt, wie Geschäftsführerin Ursula Sänger-Strüder sagt: "Die kfd im Erzbistum Köln ist ein junger und moderner Frauenverband in der katholischen Kirche, der deutlich Position für Frauen bezieht."  Für die Zukunft bedeute dies, immer wieder mit frischen Ideen, neue Frauen zu gewinnen, die die kfd finanziell und ideell unterstützen. Die langjährigen Mitglieder würden dabei nicht außer Acht gelasssen, sondern weiter als wichtige Stützen des Verbands an die kfd gebunden werden.

Sabine Schleiden-Hecking
Fotos: Kathrin Becker

Der Frauenzukunftstag wurde vom Erzbistum Köln und von der kfd-Stiftung St. Hedwig sowie vom kfd-Bundesverband und dem Freundes- und Fördererkreis der kfd im Erzbistum Köln großzügig finanziell unterstützt. Die kfd bedankt sich herzlich.