• 2446b11_frauen1.jpg

    Die Professorin Birgit Jeggle-Merz steht am Ambo im Kölner Dom und predigt.
    Die Luzerner Professorin Birgit Jeggle-Merz legte beim FrauenWort die biblische Erzählung von Kain und Abel aus. Im Hintergrund hören Diözesanpräses Robert Kleine und Diözesanvorsitzende Lydia Wallraf-Klünter zu.
  • fw9.jpg

    Blick in den Kölner Dom. Alle Bänke sind besetzt.
    Voll besetzte Bänke im Kölner Dom: Viele kfd-Mitglieder kommen immer wieder zum FrauenWort, weil sie die große Glaubensgemeinschaft der kfd erleben wollen.
  • fw4_kopie.jpg

    Am Ambo steht kfd-Diözesanvorsitzende Lydia Wallraf-Klünter und begrüßt die Gläubigen.
    Diözesanvorsitzende Lydia Wallraf-Klünter begrüßte die Gläubigen und erinnert an die Bedeutung des Leitwortes für das FrauenWort: "Seht, da ist der Mensch!"
  • fw4_kopie.jpg

    kfd-Diözesanvorstand mit Diözesanpräses Kleine und Professorin Jeggle-Merz am Altar mit verschiedenen symbolischen Gegenständen. Kleine hält die Bibel in die Höhe.
    Der Diözesanvorstand mit Diözesanpräses Kleine, der den Gottesdienst begleitete, und Professorin Jeggle-Merz am Altar.
  • fw32.jpg

    Große Grafik im Altarraum, die die Konturen eines menschlichen Gesichtes, nach unten schauend zeigt. Verletzlich und ohne Schutz.
    Eindrucksvoll in der Einfachheit und Klarheit: Die bildnerische Umsetzung des Leitwortes „Seht, da ist der Mensch“ von Andrea Kuckelkorn und Volker Schächtele.

Eine Geschichte von heute

1000 Gläubige beim FrauenWort im Kölner Dom

10.6.2016 Im Mittelpunkt des FrauenWortes stand in diesem Jahr das, was auf den ersten Blick eine Männergeschichte ist: die Geschichte von einem Brudermord. Kain erschlägt seinen Bruder Abel aus Eifersucht und Missgunst. Denn Gott wendet sich aus Gründen, die in der Bibel nicht erklärt werden, nur Abel zu.

Die Luzerner Liturgiewissenschaftlerin Jeggle-Merz zeigte in ihrer Auslegung, dass diese „schwere Kost“, wie sie gleich zu Beginn sagte, nicht die Geschichte von zwei einzelnen Menschen, sondern eine Menschheitsgeschichte ist, die von der Ungleichheit und den Folgen daraus handelt. Abel sei nicht der Gute, und Kain, der Mörder, nicht der Böse schlechthin. Die beiden stünden symbolisch für „die stärksten Triebe, die die Völker in Hass und Kriege stürzen: zu Rivalität und Konkurrenz, zu Neid und Feindschaft. für das Böse.


Seht, da ist der Mensch!

Wenn jemand leide und einsam sei, so wie Kain in seiner Eifersucht und Angst, „dann darf sich niemand davon stehlen oder die Augen davor verschließen“ so wie Abel, der seinen Bruder nicht getröstet oder ihm gezeigt hätte, dass er ihn verstehe. „Seht, da ist der Mensch: Als Gottes Ebenbild geschaffen und doch von der Sünde umfangen,“ griff die Theologin das Leitwort des Gottesdienstes und des jüngsten Katholikentages auf: Die Erzählung über das erste Geschwisterpaar sei „ein flammendes Plädoyer für ein Miteinander von Geschwistern in der einen Schöpfung Gottes."

Frauen legen das Wort Gottes aus

Der kfd-Diözesanverband Köln lädt im Zweijahresrhythmus regelmäßig zu feierlichen Vespern in den Kölner Dom ein, bei denen Theologinnen das Wort Gottes auslegen. Denn Frauen sollen genauso gehört werden wie Männer und das Wort Gottes verkünden. Dies in einer Kirche wie dem Kölner Dom zu tun und dort am Ambo zu stehen, habe schon auch etwas „Erhabenes“, wie Professorin Jeggle-Merz, die an der Katholischen Hochschule in Chur lehrt, sagte.

Wallraf-Klünter: Den Menschen sehen!

Diözesanvorsitzende Lydia Wallraf-Klünter erinnerte in ihrer Begrüßung an die Prozession durch die Schildergasse und die Kathedralvesper mit Jeggle-Merz aus Anlass des Eucharistischen Kongresses 2013 und beschrieb diese als prägende Glaubenserfahrung. Sie machte aber auch deutlich, warum die Vesper unter dem Leitgedanken „Seht, da ist der Mensch!“ gestellt wurde: „Sehen Sie den Menschen mit seinem Glück, seiner Sehnsucht, seinem Leid und seinen Sorgen, gleich zu welcher Kirche, Religion oder Weltanschauung er sich zählt“, rief sie den Gläubigen zu. Für die kfd stehe bei der Suche nach Antworten auf die zahlreichen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen immer der Mensch im Mittelpunkt. „Der Mensch, sein Wert und seine Würde müssen der Maßstab unseres Handelns und Gestaltens sein.“

Besonderes und berührendes Glaubenszeugnis

Für viele der kfd-Frauen, die regelmäßig zu den FrauenWorten kommen, ist dieser Gottesdienst „ein besonderes Erlebnis. Die Gemeinschaft im Glauben in der kfd zu erfahren und den Kölner Dom bis auf den letzten Platz besetzt zu sehen, das ist sehr berührend," beschrieb zum Beispiel die ehemalige kfd-Präsidentin Irmgard Jalowy aus Ratingen ihre Eindrücke.
Für den kfd-Vorstand ist der Gottesdienst ein wichtiges Glaubenszeugnis, denn die kfd ist eine Gemeinschaft in der Kirche, die diese immer wieder beleben und stärken möchte," so die Geschäftsführerin der kfd, Ursula Sänger-Strüder.

FrauenWort heißt „leidenschaftlich glauben und leben“

„Um Mit dem Leitbild der kfd zu sprechen: „leidenschaftlich glauben und leben“, zeige sich gerade in diesem Mitfeiern in der Mutterkirche des Erzbistums." Außerdem sei der Dom ein wichtigstes Identifikationsmerkmal für die kfd-Mitglieder und hier das FrauenWort zu feiern, sei für alle ein bedeutender Akt.
Dankbar zeigten sich die Verantwortlichen auch für die Großzügigkeit der Gottesdienstgemeinde. In der Kollekte kamen rund 1900 Euro zusammen. Sie fließen je zur Hälfte dem neu geschaffenen Arche-Noah-Fonds für Flüchtlingsarbeit und dem Kloster Helfta bei Magdeburg zu, einer wichtigen Stätte der spirituellen Erneuerung für viele kfd-Frauen.
 

Sabine Schleiden-Hecking
Fotos: Kathrin Becker

Hier kann das FrauenWort angesehen und gehört werden: https://www.domradio.de/video/frauenwort-im-koelner-dom