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    Wüsten und Oasen - Stein und Purpurkreuz symbolisieren das Thema des Besinnungstages.
    Wüsten und Oasen - Stein und Purpurkreuz symbolisieren das Thema des Besinnungstages.
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    Vierzig Frauen kamen zum Aschermittwoch der kfd allein in St. Augustin.
    Vierzig Frauen kamen zum Aschermittwoch der kfd allein in St. Augustin.
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    Fantasiereise und Sandbild gestalten: ein kreativer Workshop beim Aschermittwoch der kfd.
    Fantasiereise und Sandbild gestalten: ein kreativer Workshop beim Aschermittwoch der kfd.
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    Diözesanvorsitzende Elisabeth Bungartz führte den meditativen Spaziergang durch das Klostergelände in St. Augustin.
    Diözesanvorsitzende Elisabeth Bungartz führte den meditativen Spaziergang durch das Klostergelände in St. Augustin.
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    Viele Teilnehmerinnen besuchten den Workshop zum Synodalen Weg und einer geschlechtergerechten Kirche.
    Viele Teilnehmerinnen besuchten den Workshop zum Synodalen Weg und einer geschlechtergerechten Kirche.

Ein anderer Tag als sonst

Der Aschermittwoch der kfd ist der besondere Start in die Fastenzeit

Köln, 26.2/27.2.2020 – 120 kfd-Mitglieder kamen zum Aschermittwoch der kfd in Düsseldorf, Horrem und St. Augustin. Viele von ihnen zum ersten Mal, andere weil sie schon seit Jahren diesen von der kfd gestalteten Tag als besonderen Tag zusammen mit anderen Frauen erleben und die Fastenzeit besinnlich beginnen wollten.


Von Wüsten und Oasen

Thema dieses „Aschermittwochs der kfd“ war  „Von Wüsten und Oasen“, wie sie die menschliche Existenz prägen. In der Bibel wird die Wüste sowohl als lebensbedrohlicher Ort, aber auch als Ort der Gottesbegegnung beschrieben. In den verschiedenen Workshops und spirituellen Angeboten wurden dazu unterschiedliche Perspektiven eingenommen.

Stationenlauf, meditativer Spaziergang und Wüstenmütter

So gab es einen meditativen Stationenlauf in Düsseldorf, der nach den eigenen „Wüsten- und Oasenerfahrungen“ fragte, einen Impuls zu den nicht sehr bekannten Wüstenmüttern des 3. Jahrhunderts in Horrem oder ein Impuls-Spaziergang auf dem Klostergelände der Steyler Missionare in St. Augustin. Es wurden aber auch Sandbilder gestaltet und im Bibliolog die alttestamentliche Geschichte von Sara und ihrer Sklavin Hagar aufgeschlüsselt. Dem Synodalen Weg und der Diskussion um die geschlechtergerechte Kirche war der Workshop „Du bist eine Prophetin! Von Kirchen-Wüsten und Glaubens-Oasen“ gewidmet.

Einstimmen auf die Fastenzeit

Die Teilnehmerinnen freuten sich auf den Tag, so wie Christel Bücher aus Menden oder Brigitte Tölle aus Mülldorf und Marlies Wormann aus Troisdorf. Brigitte Tölle würde nach diesem Tag jederzeit andere Frauen einladen, zum Aschermittwoch der Frauen mitzukommen. Hier könne man sich gut auf die „Fastenzeit einstimmen, aufgeschlossene Frauen kennenlernen und – wer das will – kann auch diskutieren“. Sie selbst wollte für sich Ruhe und Stille. Für sie ist der Aschermittwoch ein besonderer Tag, den sie „anders begehen möchte als einen normalen Werktag.“

Gestärkt und dazu gehören

Marlies Wormann fand den Workshop „Kirchen-Wüsten und Glaubens-Oasen“ sehr „bereichernd“. Hier ging es um die aktuellen kirchenpolitischen Diskussionen zur Weihe von Frauen und den Synodalen Weg, der Ende Januar offiziell begonnen wurde. Selbst seit Jahrzehnten in der Kirche engagiert, fühle sie sich als Laiin oftmals vor den Kopf gestoßen und ist nun gestärkt in dem Wissen, Gleichgesinnte getroffen zu haben, die sich wie sie ihrer Kirche zugehörig fühlen. Der Gottesdienst mit dem Austeilen des Aschenkreuzes, wofür zuvor Buchsbaumzweige im Kreuzgang des Klosters verbrannt wurden, war für sie deshalb auch ein spiritueller Höhepunkt.

Sara und Hagar besser verstehen

Christel Bücher hat der Bibliolog zu Hagar, die von Sara in die Wüste geschickt wurde, gut gefallen. Durch das angeleitete Gespräch zu einer nicht ganz einfach zu verstehenden Bibelstelle (Gen 16) hat sie ihr Wissen aufgefrischt und den Text über die beiden Frauen, die in Konkurrenz zueinanderstanden, noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet. Sie hat sich aber auch angesprochen gefühlt vom Workshop „Du bist Prophetin! Von Kirchen-Wüsten und Glaubens-Oasen“, in dem es um die alle Fragen rund um geschlechtergerechte Kirche ging.

Spirituelle Heimat Kirche

„Wir sehen, dass für unsere Mitglieder die Kirche ihre spirituelle Heimat ist, die sie nicht aufgeben wollen, sondern sie wollen in ihr Veränderungen bewirken,“ hat die theologische kfd-Referentin Andrea Osten-Hoschek, die die Projektleitung des Tages hatte, in vielen Gesprächen gehört. Eine Erfahrung, die Diözesanvorsitzende Elisabeth Bungartz, die in St. Augustin den Tag mitgestaltete, teilt: „Die Frauen wollen die Kirche, die für sie immer noch ihre Kirche ist, nicht verlassen.“ Oder wie es Christel Bücher sagt: „Natürlich muss sich vieles ändern, aber ich stehe zu meiner Kirche und werde meine Freude am Glauben behalten“.  

Viele Frauen freuen sich schon auf den nächsten Aschermittwoch

Mit dem Besinnungstag zum Aschermittwoch stärkt der Diözesanverband diese Haltung. Schließlich haben mehr als zehn Referentinnen und Vorstandsmitglieder an den drei Seminarorten diesen für das liturgische Jahr so wichtigen Tag möglich gemacht. Aus langjähriger Erfahrung weiß man, dass sich viele Frauen auf diesen Tag der Stille und Besinnung lange im Voraus freuen. Eigentlich nur eine Randbemerkung, aber sie sagt doch viel: Beim Abschied war mehr als einmal zu hören „Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Jahr.“
Sabine Schleiden-Hecking

Fotos: Jörg Brocks

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