Die Sehnsucht nach Gott

Himmel, Hölle, Fegefeuer - beim Aschermittwoch der kfd ging es um das Leben nach dem Tod

Köln.14.2.18 „Endzeit und Erlösung“: Der „Aschermittwoch der kfd“ stand in diesem Jahr unter einem – manche würden sagen –  schwierigen Thema. Jedenfalls war es gewiss ein existentielles, denn die Beschäftigung mit der Frage, was nach dem Tod kommt, begleitet viele Menschen das ganze Leben. Der Untertitel der Veranstaltung brachte das noch deutlicher auf den Punkt: „Himmel, Hölle, Fegefeuer“.


Um diese drei Begriffe, oder besser gesagt um diese Vorstellungen vom Leben nach dem Tod, drehte es sich den ganzen Tag. Was steckt dahinter? Was „will“ Gott von uns, und wie können wir uns ihm nähern, die Sehnsucht nach einer  Begegnung mit ihm endgültig erreichen und wie ist die katholische Lehre dazu?

Zwei Tagungsorte: Horrem und St. Augustin

Mit diesen Fragen beschäftigten sich 60 Teilnehmerinnen, die sich an zwei Tagungsorten trafen: Im Haus der Begegnung, dem Kloster der Salvatorianerinnen in Horrem und im Kloster der Steyler Missionare in St. Augustin. Vorbereitet und begleitet hatte den Aschermittwoch der kfd die Geistliche Begleiterin des Diözesanverbandes, Elisabeth Glotzbach, zusammen mit dem Referentinnenteam der Geschäftsstelle.

Traditionelle Bilderwelten prägen die Vorstellung von dem Jenseits

Die Vorstellung von einem Leben nach dem Tod wird auch heute noch oft von einer Bilderwelt geprägt, die über Jahrhunderte und durch die Kunst entstanden ist. Sie wurde mit zahlreichen Bildvorlagen und Texten ins Gespräch gebracht und mit den persönlichen Erfahrungen und Vorstellungen der Teilnehmerinnen verglichen. Was ist der Himmel auf Erden, was ist die Hölle?

Einmal Himmel, Fegefeuer, Hölle

Und gibt es tatsächlich ein Fegefeuer, durch das ein Mensch nach dem Tod gehen muss, um geläutert zu werden – so wie es der katholische Katechismus lehrt? Sind die Bilder, die in der eigenen Vorstellung davon existieren, tatsächlich geeignet um zu erfassen, was in der Theologie mit Himmel, Hölle und Fegefeuer gemeint ist? Beim „Stationenlauf“ bei dem jede Teilnehmerin einmal die Räume „Himmel“, „Hölle“ und „Fegefeuer“ aufsuchte, konnten sie sich mit diesen Fragen auseinandersetzen.

Als der Teufel noch Angst machte

Beim Thema Fegefeuer beispielsweise erzählten viele von Erfahrungen aus der Kindheit kurz nach dem Krieg oder in den 50-er und 60er-Jahren, als der „Teufel noch im Keller wohnte“, wie es damals schon mal hieß und das Kind sich im Religionsunterricht oder in der Kirche ängstigte, weil mit der Höllenstrafe und peinigendem Fegefeuer gedroht wurde. Davon mussten sich die einen mühsam im Laufe ihres Glaubenslebens befreien, die anderen fragten sich schon als Kinder, wie eine solch drastische Strafe wohl mit einem Gott zu vereinbaren sein kann, der jeden Mensch liebend als sein Kind annimmt. Für wiederum andere spielt und spielte das Fegefeuer gar keine Rolle.

Die Erlösung in der Begegnung

In Gesprächskreisen am Nachmittag widmeten sich die Teilnehmerinnen intensiv einem Thema. So ging es in dem einem um „Erlösung in der Begegnung und in Gemeinschaft mit Menschen“, in der „Bibelzeit“ stand das Weltgericht, wie es im Koran beschrieben wird, und das „Gleichnis vom Gericht“, wie es der Evangelist Matthäus schildert, im Mittelpunkt und es ging um den Bezug zur Gegenwart. Im Gesprächskreis „Hoffnungszeit“ standen die Nahtoderfahrungen im Mittelpunkt und die Frage, ob sie Antworten auf das geben, was nach dem Tod kommt.

Stoff zum Nachdenken in der Fastenzeit

Die ein oder andere ging womöglich mit mehr oder anderen Fragen nach diesem „Aschermittwoch der kfd“ nach Hause. Er endete mit einer Wortgottesfeier und dem Austeilen des Aschenkreuzes. Viele Teilnehmerinnen sprachen am Ende des Tages davon, dass sie viel mitnehmen könnten. „Es muss alles erst noch sacken,“ sagte eine und bedankte sich für Stoff zum Nachdenken für die Fastenzeit. „Es gibt dieses selige Erleben nach dem Tod“, war die andere überzeugt.

Den Himmel machen wir uns selbst

Viele lobten die interessanten Texte, die klangmalerische musikalische Untermalung durch Franz Liszts Dante-Symphonie und das Angebot überhaupt – für manche ist es ein Ritual, den Aschermittwoch der kfd zum Beginn der Fastenzeit zu besuchen, und sie möchten es nicht missen. Und einig war man sich jedenfalls darüber: „Den Himmel und die Hölle – die machen wir uns auch selbst.“
Sabine Schleiden-Hecking

Fotos: Jörg Brocks