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    Es gab ein wirklich leckeres Frühstück mit allem, was stark für den Tag macht.
    Es gab ein wirklich leckeres Frühstück mit allem, was stark für den Tag macht.
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    Der Film "Jesus und die verschwundenen Frauen" zeigt eine erfolgereiche Spurensuche.
    Der Film "Jesus und die verschwundenen Frauen" zeigt eine erfolgereiche Spurensuche.
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    Angeregtes Gespräch über die Purpurhändlerin Phoebe - sie muss eine ungewöhnliche Frau gewesen sein.
    Angeregtes Gespräch über die Purpurhändlerin Phoebe - sie muss eine ungewöhnliche Frau gewesen sein.
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    Im Saal wird aufmerksam zugehört, als Marita Stollenwerk von ihrer Tischgruppe berichtet.
    Im Saal wird aufmerksam zugehört, als Marita Stollenwerk von ihrer Tischgruppe berichtet.
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    Ergebnisse: Wie sehen die Teilnehmerinnen die vorgestellten biblischen Frauen und was bedeuten sie heute noch?
    Ergebnisse: Wie sehen die Teilnehmerinnen die vorgestellten biblischen Frauen und was bedeuten sie heute noch?

Die erste FrauenfrühstücksZeit

Spiritualität, Wissen, Begegnung: Teilnehmerinnen genießen die Mischung

21.10.2017 Junia, Phöbe, Lydia, Maria aus Magdala – diese biblischen Frauen standen im Mittelpunkt der ersten FrauenfrühstücksZeit im Maternushaus in Köln. Sie hatten wie die Apostelin Maria von Magdala eine persönliche Verbindung zu Jesus oder gründeten wie die Purpurhändlerin Lydia, die erste getaufte Christin in Europa, eine Hausgemeinde. Wie diese gelten auch die Apostelin Junia und Phöbe, die in Korinth das Evangelium verkündigte, als wichtige Vorbilder für gläubige Frauen.


Mit Begeisterung diskutierten die Teilnehmerinnen nach einem guten Samstagmorgenfrühstück den Film „Jesus und die verschwundenen Frauen“. Darin wird der Frage nachgegangen, warum diese Frauen, die doch die ersten christlichen Gemeinden mit aufbauten oder als Jüngerinnen und Apostelinnen eine wichtige Rolle spielten, systematisch verschwiegen und dadurch auch vergessen wurden.

Traditionelle Bibel ohne weiblichen Sprachformen

Und das, obwohl diese Frauen große Strahlkraft besaßen, Jesus Frauen als Gesprächspartnerinnen ernst nahm – entgegen der damaligen Gewohnheiten – und es eine Frau war, die ihm als erste nach seiner Auferstehung begegnete. Eine Erklärung der feministischen Bibelwissenschaft dafür: Traditionelle Bibelübersetzungen zum Beispiel kennen keine weiblichen Sprachformen, und so war nichts zu erfahren über Apostelinnen oder Jüngerinnen – ein beredter Beweis dafür, was Sprache bewirken kann.

Ernste Konsequenzen aus jahrhundertelanger Praxis

Die Folge benannten die Teilnehmerinnen in den Tischgesprächen zu den vier Frauen: Noch heute würden Frauen in einer maßgeblich von Männern bestimmten Amtskirche nicht so ernst genommen wie Männer und es würde ihnen die gleichberechtigte Teilhabe an der Verkündigung des Evangeliums vorenthalten. Für viele Teilnehmerinnen des Frühstücks war das allerdings keine neue Erkenntnis.

Wissen erleichtert das Argumentieren für die Frauen

Jedoch wurde vielen deutlich, wie es überhaupt so weit kommen konnte, dass Frauen wie Maria von Magdala nach dem Ostergeschehen sozusagen verschwinden konnten. Dabei hatte doch Christus ihr – wie es im Film hieß – einen Verkündigungsauftrag gegeben. Dieser sei aber nicht richtig übersetzt worden. In der katholischen Kirche ist sie als Erstverkündigerin der Auferstehung Jesus erst seit 2016 als „Apostola Apostolorum“, also als diejenige, die den Aposteln diese Botschaft überhaupt erst überbringt, mit den Jüngern gleichgestellt.

Und Junia gab es doch

Auch die einfache Verschiebung eines Akzentes im griechischen Urtext kann durch fehlerhafte und über Jahrhunderte wiederholte Übernahmen erklären, wie aus einer Apostelin Junia ein Apostel Junias wurde und so wieder eine Frau vergessen machen. Junia gab es doch …!

Frauen wollen das Evangelium verkünden …

Für die Teilnehmerinnen wurden so die vorgestellten biblischen Frauen in erster Linie Vorbilder für die eigene Spiritualität und darin den Verkündigungsauftrag Jesus anzunehmen. Und Ansporn die kirchliche Praxis als das zu benennen, was es ist und Verantwortung zu übernehmen.

… aber kein Notstopfen sein, weil Priester fehlen

Und so fielen in der Auswertung im Plenum auch deutliche Sätze wie „Frauen zu verschweigen – das finden wir unverschämt“ oder mit Blick auf die neuere Entwicklung, die Frauen etwas mehr Freiheiten zu billigt: „Wir wollen keine Notstopfen sein, weil es Priestermangel gibt.“

Thema auch für kfd-Gruppen wichtig

Die erste FrauenfrühstücksZeit hat gefallen, das machten die Reaktionen deutlich. Der „Smooth Jazz“ kam gut an, mit dem Saxophonist Maximilian Haschemi den Vormittag so stimmungsvoll begleitete. Das Thema wurde interessant und spannend gestaltet von kfd-Referentin Elisabeth Glotzbach, hieß es von Teilnehmerinnen. Und es war schön, gemeinsam zu frühstücken. Für Petra Stilla aus Kerpen-Sindorf war ds eine „wunderbare Erfahrung“. Sie strahlt regelrecht, als sie sagt: „Ich bin eine Kämpferin, das Thema war richtig interessant und ich finde, das sollten wir auch in unserer kfd-Gruppe besprechen.“

Nahrung für Körper, Geist und Seele 

Auch Elisabeth Stapper von der kfd Herz Jesu in Köln will gerne wieder kommen genauso wie auch Karin Stenzel aus Siegburg, die die Kombination Frühstück, Gemeinschaft und spirituelle Weiterbildung „super“ fand.

Wir gehen den pastoralen Zukunftsweg mit

Das bestätigt, warum die FrauenfrühstücksZeit angeboten wurde, wie die Diözesanvorsitzende Lydia Wallraf-Klünter erläuterte: „Wir sehen, dass für unsere Mitglieder die spirituellen Angebote sehr wichtig sind – die kfd ist ein Ort für Frauen in der Kirche. Wir können so auch den ,pastoralen Zukunftsweg´, den Kardinal Woelki für unsere Gemeinden will, mitgehen. Der Glaube an Christus rückt wieder mehr in den Vordergrund – da gehen wir Frauen gerne mit, weil wir in den biblischen Frauen Vorbilder finden, besonders wenn wir unsere Charismen auch einsetzen können.“ 

So wird der Verkündigungsauftrag unterstützt

Die FrauenfrühstücksZeit, die sich in den nächsten Jahren als feste Einrichtung im Programm des Diözesanverbandes etablieren soll, reiht sich ein in Angebote, die genau das fördern wollen: Die Ausbildung von Wortgottesfeier-Leiterinnen und Geistlichen Begleiterinnen. Oder Veranstaltungen wie der inzwischen schon traditionelle Jahresabschlussgottesdienst und die Filmexerzitien, die in diesem Jahr zum zweiten Mal angeboten werden.

Und das alles am Namenstag der heiligen Ursula

Und es war auch ein besonderes Zeichen, findet Lydia Wallraf-Klünter, dass diese erste FrauenfrühstücksZeit am 21. Oktober stattfand. Ursprünglich sei man ja schon enttäuscht gewesen, dass sie im Sommer wegen der Beerdigungsfeierlichkeiten von Altkardinal Meisner hätte verschoben werden müssen. Jedoch: Eine Frauenfrühstückszeit, die am Namenstag der „großen Ursula von Köln“ stattfinden konnte „Das hat sich gut gefügt!“
Sabine Schleiden-Hecking

Fotos: Kathrin Becker

Hinweis: Lesenswertes Interview zur ersten Apostelin Maria von Magdala