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    Stehen demnächst als Wortgottesfeier-Leiterin am Ambo: Lieselotte Porschen und Christa Düren.
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    Wortgottesfeier zum Abschluss des Kurses. Am Piano Kirchenmusikerin Stephanie Aragione-Krey, rechts Seminarleiter Alexander Saberschinsky.
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    Mit dem Wort und Symbolen Gott loben.
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    Diözesanvorsitzende Lydia Wallraf-Klünter überreicht die Zertifikate an die Teilnehmerinnen des Kurses.
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    Die Kursteilnehmerinnen freuen sich auf die neue Aufgabe.

Das Wort steht im Mittelpunkt

Neue Leiterinnen von Wortgottesfeiern erhalten Zertifikate

23.6.2015 Die kfd bildet auch 2015 weitere Leiterinnen von Wortgottesfeiern aus. Mit einer  Wortgottesfeier in St. Mariä Himmelfahrt in  Köln und der Überreichung der Zertifikate an die Teilnehmerinnen am 19. Juni wurde der zweite Kursus abgeschlossen.


Fortbildung gibt Sicherheit

„Jetzt fühle ich mich sicherer, wenn ich Wortgottesfeiern vorbereite und kann sie sogar leiten“, freut sich Lieselotte Porschen. Die Vorsitzende der kfd Heilig-Geist in Frechen ist eine von 14 Frauen, die das Seminar zur Ausbildung als Leiterin von Wortgottesfeiern besucht haben. Die auf Initiative der Diözesanvorsitzenden Lydia Wallraf-Klünter entstandene Fortbildung wurde den kfd-Mitgliedern erstmals 2014 angeboten.

Wegen hoher Nachfrage beginnt ein weiterer Kurs

Eine dritte Schulung wird im November beginnen – denn die Nachfrage ist sehr hoch. Ziel der aus fünf Modulen bestehenden Ausbildung ist es, den Frauen ein Rüstzeug mitzugeben, um einen Wortgottesfeier zu leiten“, erklärt Seminarleiter Professor Dr. Alexander Saberschinsky, Referent in der Stabsstelle Liturgie und Kirchenmusik im Erzbistum Köln.

Liturgie grundsätzlich verstehen

Wie feiern wir das Wort Gottes? Was sagt uns das Wort Gottes hier und jetzt? Welche Gebete stehen fest, welche kann ich wählen, welche Lieder und Texte suchen wir aus, wo finden wir sie? Fragen, die Saberschinskyo so beantwortet. „Wichtiger als die praktischen Tipps ist mir ein grundsätzliches Verständnis von Liturgie“, sagt der Theologe. Alle Getauften und Gefirmten hätten Anteil am gemeinsamen Priestertum. Wer eine Wortgottesfeier leite, sei kein Ersatzpriester. Im Gegensatz zu einem geweihten Priester feiere die Wortgottesfeier-Leiterin nicht als Repräsentantin Christi, sondern als Teil der Gemeinde. Die Wortgottesfeier sei ein Dialog zwischen Gott und Mensch und stehe in der Wertigkeit einer Eucharistiefeier in nichts nach, erläutert Saberschinsky.

Stellenwert der Wortgottesfeier bewusst machen

„Das hätte ich nicht gedacht“, staunt Luzia Koch aus Rondorf. Sie sieht ihre Rolle als Wortgottesfeier-Leiterin mit ganz neuen Augen. Denn immer häufiger stehen für die Gottesdienste an Werktagen keine Priester mehr zur Verfügung. „Bisher waren wir sehr verwöhnt“, berichtet Luzia Koch von ihrer Gemeinde. Aber sie wolle angesichts des Priestermangels gerüstet sein. Deshalb mache sie den Kurs. Es sei an der Zeit, sich des Stellenwertes der Wortgottesfeier wieder bewusst zu werden.

Lange und wertvolle Tradition

Schließlich sei sie ein lange existierendes Element der christlichen Kirche und nur aufgrund zahlreicher Eucharistiefeiern in Vergessenheit geraten, weiß die Rondorferin. Eine Wortgottesfeier habe viele Vorteile, meint sie. Weil sie nicht den strengen Regeln der Liturgie unterliege, könne man viel mehr mit Texten experimentieren. „Und was wir mit unseren einfachen Worten ausdrücken, ist oft auch verständlicher als eine Predigt“, meint Luzia Koch.

Schon die Vorbereitung ist geistliches Geschehen

„Das Sakrament des Wortes steht hier im Mittelpunkt“, betont auch Saberschinsky. Bereits die Vorbereitung sei ein geistliches Geschehen und Teil der Feier. Er rät, dass sich der Liturgiekreis in den jeweiligen Gemeinden selbst intensiv mit den infrage kommenden Schrifttexten, zum Beispiel anhand der Methode des Bibel-Teilens beschäftigt.

Theologischen Leitgedanken formulieren

Erst wenn die Botschaft Gottes den Vorbereitenden klar sei, gelinge es, die Bedeutung der Gemeinde zu vermitteln. Erst nachdem der Leitgedanke für die Gottesfeier formuliert wurde, sollten entsprechende Texte, Musik und Symbole gesucht werden. „Gehen Sie theologisch vor, nicht technisch“,  sagt der Seminarleiter. „Stellen Sie das Wort Gottes in den Mittelpunkt!“

Saberschinsky lobt Eigeninitiative und Engagement

Und damit das theoretische Wissen auch praktisch erlebbar wird, bereiten die Kursteilnehmerinnen für ihre Abschlussveranstaltung ihre eigene Wortgottesfeier in St. Mariä Himmelfahrt vor. Wie im wirklichen Leben werden die Aufgaben vergeben: Wer kümmert sich um die Texte, wer sucht die Musik, wer schreibt die Vorlagen, wer übernimmt welche Dienste in der Wortgottesfeier - und wer leitet das Team? „Hier haben die Frauen die Chance, in einem geschützten Raum das auszuprobieren, was sie gelernt haben“, sagt der Kursleiter. Er ist begeistert von der Eigeninitiative und dem Engagement, das sie entwickeln. In den Gemeinden, in denen er sonst unterwegs sei, sei dies nicht immer der Fall.

Beten für Frauen und Kinder auf der Flucht

Die Kursteilnehmerinnen wählen ein aktuelles Thema für die Wortgottesfeier, das sie auch in ihren Heimatgemeinden noch einmal behandeln können: „Frauen und Kinder auf der Flucht“. „Wie hat sich das angefühlt?“, will Saberschinsky im Anschluss wissen. „Aufregend“, meinen die kfd-Frauen. Der Seminarleiter lobt die gute Umsetzung des Themas sowie die Feierlichkeit, mit der das Wort verkündet wurde: die Auswahl des Liedgutes, Kerzen und ein feierlicher Einzug hätten dazu beigetragen.

Es sollen möglichst viele Frauen qualifiziert werden

Mit Freude überreicht Lydia Wallraf-Klünter den Teilnehmerinnen nach Abschluss des Kurses die Urkunde zur ausgebildeten Wortgottesfeier-Leiterin. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Frauen zu qualifizieren“, sagt die Diözesanvorsitzende. Rund 50 Frauen werden es im Erzbistum Köln ab November sein. Damit stärkt der größte katholische Verband in der Diözese nicht nur die weibliche Rolle in der katholischen Kirche, sondern leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass auch in Zeiten von Priestermangel an Werktagen Wortgottesfeiern gehalten werden können. Als äußeres Zeichen dafür, wie wichtig den Vorstandsmitgliedern des Diözesanverbandes die spirituelle und liturgische Bildung der kfd-Frauen ist, ehren sie die erfolgreichen Kursteilnehmerinnen mit Sektempfang und einem festlichem Abendessen in der Residenz am Dom.

Susanne Schwister

Fotos: Kathrin Becker