Das Herz ist der Schlüssel zur Welt

Dankeschön-Tag für ehemalige Mandatsträgerinnen der kfd

Köln/Steinfeld, 21.9.2919 - "Das Herz ist der Schlüssel zur Welt und des Lebens", mit diesem Zitat von Novalis bedankte sich Diözesanvorsitzende Elisabeth Bungartz bei rund 70 ausgeschiedenen Mandatsträgerinnen beim ersten "Dankeschön-Tag" des Diözesanverbandes. Er führte die  Frauen nach Kloster Steinfeld bei Kall in der Eifel. Ihnen sollte Danke gesagt werden für ihren Dienst auf örtlicher Ebene, Dekanatsbereichsebene oder Stadt- und Kreisdekanatsebene, öffentlich oder im Stillen  - beides, so Bungartz, "hat den gleichen hohen Wert."


Busse bringen die Frauen nach Steinfeld

Zwei Reisebusse brachten die Ehemaligen von Köln bzw. Bonn über weitere Zwischenstationen zum Kloster Steinfeld. Die Busse wurden von Elisabeth Bungartz und ihrer Stellvertreterin Hildegard Leven begleitet - sie sprachen unterwegs auch einen Reisesegen .
In Steinfeld begrüßte die Geschäftsführerin Ursula Sänger-Strüder mit ihren Mitarbeiterinnen die Gäste und brachten die Frauen zum Klostergebäude. Im Kreuzgang stand ein Getränkebuffet bereit und als der erste Durst gestillt war, schauten sich die Frauen schon einmal in dem ehrwürdigen Gemäuer um.

Norbert von Xanten und die Prämonstratenser

Bei einer Klosterführung erfuhren die Frauen viel über die Geschichte des Klosters, das in das frühe Mittelalter (920 n. Chr.) zurück geht. Die erste klösterliche Niederlassung erfolgte in Steinfeld 1070. Später siedelten hier die Prämonstratenser um Norbert von Xanten, der den Orden auf das eigentliche Gelübde der Armut zurück brachte und weiterreichende Reformen einführte. Die Klosterkirche, eine Basilika, zwischen 1142 und 1150 erbaut, birgt viele Schätze der Jahrhunderte des monastischen Lebens in der Nordeifel. Ein wichtiges Ordensmitglied ist der heilige Hermann Joseph, der als Mystiker in Steinfeld zwischen 1150 und 1252 (eventuell 1242) lebte und gebürtiger Kölner war. Seit 1923 leben hier Salvatorianer, die das Kloster nach langen Jahren der säkularen Nutzung wieder übernahmen.

Mystische Vermählung und ein Apfel

Hermann Joseph wurde erst 1960 heilig gesprochen, war es aber bereits lange zuvor in den Herzen der Menschen. Bekannt wurde er vor allem durch seine mystische Vermählung mit der Gottesmutter und durch die Legende, nach der er als Junge in Köln der Madonna in "Maria im Kapitol" einen Apfel brachte und die Mutter Gottes ihn seitdem mit besonderem Wohlwollen betrachtete. Noch heute bringen die Menschen Äpfel zu seinem Grab in Steinfeld oder zum "Hermann-Joseph-Brunnen" am Kölner Waidmarkt.

Messer, Gabel, Kehr und Mord

Für die ausgeschiedenen Mandatsträgerinnen hatte sich das Vorbereitungsteam eine besondere Überraschung ausgedacht. Martina Kempff, Autorin und Journalistin aus Remscheid, las aus ihrem 9. Eifelkrimi "Messer, Gabel, Kehr und Mord", der in der Schneeeifel spielt und das Örtchen Kehr in der Nähe des Losheimer Grabens in den  Mittelpunkt stellt. Kehr ist ein Ort, der im Länderdreieck Ost-Belgien, NRW und Rheinland-Pfalz liegt und den die Autorin selber bewohnt hat.
Ihre mit einem Augenzwinkern zu lesenden Romane um die Hobby-Gastronomin Katja Klein und dem belgischen Polizeiinspektor Marcel Langer haben ein wenig Kult-Charakter.
Mit viel Charme, Esprit und wohltemperierter Stimme las die Autorin aus ihrem neuen Werk  und machte Geschmack auf mehr. Viele Frauen nutzten daher nach der Lesung die Gelegenheit, ihre Bücher zu kaufen. Musikalisch wurde der Nachmittag von Akkordeonspielerin Elisabeth Thoböll  aus Köln begleitet, die ihr Instrument königlich beherrscht und einen Einblick in ihre große musikalische Spannbreite gab.

kfd ist Herzenssache

Dass kfd Herzenssache ist, wurde in der kleinen Laudatio an die Ehemaligen von Elisabeth Bungartz deutlich. Ehrenamtliche Arbeit führt zu Selbstzufriedenheit und Freude. Vom Dichter August von Kotzebue ist das Zitat überliefert, dass dankbare Menschen die fruchtbarsten Felder sind, denn sie geben das Empfangene zehnfach zurück. Dies haben die ausgeschiedenen Mandatsträgerinnen alle in ihren kürzeren oder längeren Amtszeiten erlebt.
Jede Frau bekam zum Abschied einen kleinen Handschmeichler in Form eines Glasherzens, symbolisch zum Motto Herzenssache gewählt. Zufriedene Teilnnehmerinnen verließen den "Hermann-Joseph-Saal" in Steinfeld und begaben sich auf die Heimreise. Vorab feierten allen gemeinsam eine WortGottesfeier zum Thema Dankbarkeit, die Hildegard Müller-Brünker mit Andrea Osten-Hoschek vorbereitet hatten.
Der sonnige Spätsommertag in Steinfeld wird sich in die Herzen der Frauen eingraben, denn kfd-Frau ist man ein Leben lang.
Ursula Sänger-Strüder

Fotos: Thomas Meurer/Kall