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    Kämpferisch und unbequem: Die Werbung fürs Frauenwahlrecht 1914.
    Kämpferisch und unbequem: Die Werbung fürs Frauenwahlrecht 1914.
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    Gastrednerin Lücking-Michel gab Einblicke darein, wie es ist Politikerin zu sein.
    Gastrednerin Lücking-Michel gab Einblicke darein, wie es ist Politikerin zu sein.
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    Die stellvertretende Diözesanvorsitzende Elisabeth Bungartz sprach über die Geschichte des Frauenwahlrechtes.
    Die stellvertretende Diözesanvorsitzende Elisabeth Bungartz sprach über die Geschichte des Frauenwahlrechtes.
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    Ein sehr aufmerksames und empathisches Publikum ...
    Ein sehr aufmerksames und empathisches Publikum ...
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    Die Leiterin des Bonner Frauenmuseums führte in die Ausstellung ein.
    Die Leiterin des Bonner Frauenmuseums führte in die Ausstellung ein.

100 Jahre Frauenwahlrecht

Das Politische Frühstück 2018 im Bonner Frauenmuseum war sehr gut besucht

Köln. 13.10./16.10.2018 - Das Politische Frühstück 2018 stand ganz im Zeichen des diesjährigen großen frauenpolitischen Jubiläums: 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland. Da das Frauenmuseum Bonn zurzeit dem Thema eine ganze Ausstellung widmet, fand das Politische Frühstück diesmal in den Räumen des Museums statt. Als Hauptrednerin konnte Claudia Lücking-Michel gewonnen werden, die seit vielen Jahren als Politikerin engagiert ist und dem letzten Bundestag angehörte, bevor sie im vergangenen Jahr Geschäftsführerin der AGEH wurde. Zudem ist die promovierte Theologin Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Eine Frau also, die weiß, wovon sie spricht, wenn es um die Teilhabe von Frauen in Politik und Gesellschaft geht.


Ein langer Kampf um Gleichberechtigung, der längst nicht zu Ende ist

1918 erhielten Frauen in Deutschland das aktive und passive Wahlrecht. Dem vorausgegangen war ein langer Kampf um die gleiche politische Teilhabe wie die der Männer, der bereits mit der Französischen Revolution seinen Anfang nahm. Es bedurfte das jahrzehntelange zähe Engagement vieler starker Frauen, um schließlich nach dem Ende des ersten Weltkrieges das Frauenwahlrecht durchzusetzen, so Elisabeth Bungartz, stellvertretende kfd-Diözesanvorsitzende. Sie zeigte in ihrem historischen Abriss um den Kampf und die weitere Entwicklung der politischen Teilhabe von Frauen in Deutschland, dass trotz vieler Erfolge bis heute wahre Gleichberechtigung ein Wunschtraum ist und jedes frauenpolitische Thema bis zur Durchsetzung aufs Neue eines enormen Engagements bedarf.

Und Mädchen tun das aber doch

Dies griff Claudia Lücking-Michel auf, indem sie in diesem Zusammenhang das Thema "Gender" erläuterte und herausstrich, wie wichtig es ist, sich bewusst zu machen, dass die meisten Unterschiede zwischen Männern und Frauen eben nicht naturgegeben, sondern von der Gesellschaft anerzogen sind. „Wie oft haben wir in der Vergangenheit gehört und hören bis heute 'Mädchen tun so etwas nicht' ?", fragte sie und forderte, sich solche Prozesse bewusst zu machen, um sie ändern zu können.

Frauen sollten netzwerken

Ganz wichtig sei es auch für Frauen, Netzwerke zu bilden und zu nutzen und sich damit gegenseitig zu unterstützen, um die Rechte von Frauen allgemein und im persönlichen Kontext durchzusetzen. Auch mit Blick auf die Katholische Kirche rief sie dazu auf, immer wieder den Widerstand zu wagen. Ihre Aussage: „Wer sich immer an aktuelles Recht hält und dies nicht hinterfragt, kommt nicht weiter!", brachte ihr euphorischen Beifall der Zuhörerinnen ein. Etwa 80 Teilnehmerinnen besuchten dieses Politische Frühstück: Ein kleiner Rekord, der zeigt wie wichtig das Thema Frauen ist.

Ausstellung „Aufbruch der Frauen in die Moderne“

Im Anschluss an den Vortrag von Claudia Lücking-Michel sprach Marianne Pitzen, die Leiterin des Bonner Frauenmuseums, kurz über die Geschichte und die Intention des Frauenmuseums, Bonn und erläuterte den Aufbau der aktuellen Ausstellung „Aufbruch der Frauen in die Politik der Moderne - vom Frauenwahlrecht zum Frauenmandat". In jeweils halbstündigen Führungen wurden die Besucherinnen anschließend durch die Ausstellung geführt, bevor sie diese auch noch auf eigene Faust erkunden konnten. Beim gemeinsamen Imbiss diskutierten die Teilnehmerinnen viel über Möglichkeiten und Herausforderungen des politischen und gesellschaftlichen Engagements von Frauen und alle konnten eigene Erfahrungen dazu besteuern.
Astrid Mönnikes

Fotos: Jörg Brock