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    Ávila, die Stadt der heiligen Teresa, war das Ziel der Pilgerreise. Hier ein Blick auf die Basilika San Vicente.
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    Die Reiseteilnehmerinnen genossen die spanische Sonne und das herrliche Licht. Hier auf der Stadtmauer von Ávila.
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    Die schöne Stadt Salamanca stand ebenfalls auf dem Reiseprogramm.
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    So kennt man die Kirchenlehrerin Teresa. Hier mit einer Schülerin.
    So kennt man die Kirchenlehrerin Teresa. Hier mit einer Schülerin.
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    Die Prozession mit einer lebensgroßen Statue der Heiligen in ihrem Sterbeort Alba de Tormes war ein Höhepunkt.
    Die Prozession mit einer lebensgroßen Statue der Heiligen in ihrem Sterbeort Alba de Tormes war ein Höhepunkt.

Pilgern zu Teresa von Ávila

Die Sehnsucht nach gerechter Teilhabe wecken

5.11.2015 kfd-Pilgerinnen reisten zu geistlichen Tagen Mitte Oktober nach Ávila und Salamanca – auf den Spuren der heiligen Teresa von Ávila. Ihr 500. Geburtstag wird in diesem Jahr begangen. Die Reise führte die 26 Teilnehmerinnen und die beiden Reiseleiterinnen, die Diözesanvorsitzende Lydia Wallraf-Klünter und Geschäftsführerin Ursula Sänger-Strüder, zu den verschiedenen Wirkungsstätten der Kirchenlehrerin.


Teresa lebte ihren Glauben selbst bestimmt

Pilgerreisen gehören seit jeher zum Programm der kfd – eine Reise zu Teresa hat indes nochmals eine besondere Bedeutung, wie Geschäftsführerin Sänger-Strüder sagt: „Ihre Theologie und Philosophie sind beeindruckend, schlicht und doch so tief. Teresa ist einerseits die erste Kirchenlehrerin, andererseits ist sie eine moderne Frau, die ihren Glauben selbstbestimmt gelebt hat, auch wenn sie schon im 16. Jahrhundert gelebt hat.

Als Kirchenlehrerin ein Vorbild

Das ist auch Lydia Wallraf-Klünter wichtig: „Teresa hat für die Zeit, in der sie lebte, sehr fortschrittliche Gedanken über Frauen, außerdem ist sie auch als erste Kirchenlehrerin überhaupt ein Vorbild. Das Fazit der Reise fällt dann auch so aus: „Durch das gemeinsame Miteinander in Ávila konnten wir in den Frauen auch ein Stück dieser Sehnsucht nach gerechter Teilhabe in der Kirche wieder neu wecken. Zudem wurde deutlich, was das persönliche Gebet bewirken kann,“ fasst Sänger-Strüder zusammen.

Eine eigenwillige und dennoch diplomatische Heilige

Ávila, die höchstgelegene Stadt Spaniens und Ausgangspunkt der Pilgerreise, ist Geburtsort der Heiligen. Die Kirche verehrt sie alljährlich am 15. Oktober als die „große Teresa“. Paul VI. erhob die streitbare und höchst intelligente Nonne in den Stand der ersten Kirchenlehrerin, zur Maestra de Ecclesia. Sie liebte die Freiheit und die Unabhängigkeit und setzte eigenwillig und mit viel Diplomatie ihre Vorstellungen von Gottes- und Menschenliebe durch.

Das Gebet ist ein Gespräch mit einem Freund

Die Karmelitin reformierte ihren Orden – auf sie gehen die unbeschuhten Karmeliterinnen und Karmeliter zurück. Mit Ihrer Philosophie und Theologie der besonderen Christusbeziehung und des inneren Gebets setzte sie Maßstäbe. „Das Gebet ist meiner Ansicht nach nichts anderes als ein Gespräch mit einem Freund, mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, um mit ihm zu reden, weil er uns liebt,“ so sagte sie einmal.

Vor albernen Andachten behüte uns Gott

Teresa spricht auch heute noch die Menschen mit ihrem Humor und ihrer Bodenständigkeit an, was sich in vielen Aussprüchen, die bis heute gerne zitiert werden, äußert. „Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn – wenn Fasten, dann Fasten.“, „Vor albernen Andachten behüte uns Gott.“, „Gott will, dass der Mensch seinen Spaß hat.“ oder „Bete nicht um leichtere Last, sondern um einen stärken Rücken.“

Mittelalterliches Städtchen Ávila beeindruckt

Neben den täglichen Gottesdiensten und geistlichen Zeiten gehörte ein umfangreiches Besuchsprogramm zur Pilgerreise. So besichtigte die Gruppe das immer noch sehr mittelalterlich anmutende Ávila am Fluß Adaja gelegen, mit seiner vollständig erhaltenen und zum Teil begehbaren Stadtmauer, die seit 1985 Weltkulturerbe ist. Sie erkundeten die Basilika San Vincente, die prächtige Kathedrale und die Klöster der Teresa.

Die junge Teresa lebte im Kloster Encarnación

Die Pilgerinnen besuchten außerdem das Kloster La Encarnación, das Kloster, in das Teresa als junge Frau eintrat. Sie sahen außerdem die weiteren Niederlassungen San Jose und Santa Teresa sowie das Dominikanerkloster San Tomas vor den Toren der Altstadt. Denn Teresa sorgte durch ihre vielen Reisen für viele Ordensniederlassungen, auch in Alba de Tomes, wo sie am 4.10.1582 starb. Teile ihrer sterblichen Überreste werden in einem Sarkophag in der Klosterkirche verehrt.

Großer Festgottesdienst zu Ehren der Heiligen

Weiterer Höhepunkt war der Festgottesdienst zum Gedenken an Teresa. Den Festtag der großen Heiligen, die sich auch als geistliche Schriftstellerin hervortat und deren geschwisterliche Liebe zu Johannes von Kreuz beide Heilige in ihrer Schaffenskraft beflügelte, feierten die kfd-Frauen mit vielen Einheimischen in Ávila mit Gottesdienst und Festumzug.

Alles stimmte: Spirituelles Angebot, Wetter, Gruppe, Organisation

„Das war das Größte“, sagt Michaela Heber, eine der Reiseteilnehmerinnen. Sie war zum ersten Mal auf Pilgerreise, und sie ist mitgefahren, weil sie ihre Tochter nach der Heiligen benannt hat – so wie auch ihre Oma eine Theresa ist. Für sie stimmte alles, angefangen vom traumhaften Wetter über die tolle Organisation, die bunt gemischte Gruppe und das Besichtigungsprogramm. Unvergesslich sind die Tage für sie, „von denen sie noch lange zehren wird,“ wie sie meint. (eb)

Fotos: Elisabeth Glauner