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    Das nette rosa Plastikschweinchen auf dem Kopfsteinpflaster in der Euskirchener Innenstadt erinnerte an die fatalen Folgen von zu viel Fleischkonsum: Die bei der Fleischproduktion entstehenden schädlichen Treibhausgase heizen die Erde auf.
    Das nette rosa Plastikschweinchen erinnerte beim Stadtrundgang an die fatalen Folgen von zu viel Fleischkonsum: Die bei der Fleischproduktion entstehenden schädlichen Treibhausgase heizen die Erde auf.
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    Ganz rechts ist Nora Rütten, jung mit Strickmütze vom Verein Kölle Global zu sehen. Außerdem noch drei ältere Teilnehmerinnen des Stadtrundganges.
    Nora Rütten (ganz rechts) vom Projekt "Kölle Global" führte die Teilnehmerinnen an verschiedene Orte in der Euskirchener Innnenstadt, wo der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Konsum augenfällig wird.
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    Es sind zwei Hände mit unterschiedlichen Euro-Geldscheinen unterschiedliche Ländern zu sehen.
    Geld regiert die Welt - die undurchsichtigen Geschäfte der Finanzbranche verursachen die Erderwärmung mit, weil Großprojekte finanziert werden, die keinerlei Klimastandards erfüllen.ards
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    Hier wird ein silbernes Handy älterer Generation gezeigt auf einem Blatt Papier mit Informationen.
    Im Alltag nicht mehr wegzudenken: das Handy. Nachdenklich macht aber, welch verheerende Folgen das schnelle Austauschen hat.
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    Eine Hand hält eine Platine, man sieht ein Motherboard.
    Der Blick auf die Hauptplatine eines Computers zeigt, wo die seltenen Erden verbaut sind. Weil der Abbau und der Handel so lukrativ sind, werden darum, z.B. in Zentralafrika oder im Kongo, sogar Kriege geführt.

Konsum heizt die Temperaturen an

Nachhaltiger Stadtrundgang klärt über Klimawandel auf

11.4.2016 Sich die Folgen des eigenen Handels bewusst bemachen und daraus Konsequenzen zu ziehen, das war eines der Ziele des nachhaltigen Stadtspazierganges in Euskirchen, zu dem der Diözesanverband eingeladen hatte.

Auf den Weg zu einem bewussteren, nachhaltigem Leben begaben sich 15 Frauen und Männer gemeinsam mit Referentin Nora Rütten auf eine kritische Spurensuche und setzten sich mit unterschiedlichen Konsumgütern, deren Herstellung, Verbrauch und Entsorgung auseinander. Dafür lud die Referentin des Projektes „Kölle Global“ alle Beteiligten zunächst zu einer Traumreise ein, auf der sich jede/r mit einem in den letzten 14 Tagen erworbenen Gegenstand auseinander setzte.


Wo wird das eigentlich hergestellt?

Schon bei der Sammlung dieser ganz unterschiedlichen Gebrauchsgüter erkannten die TeilnehmerInnen: Wir konsumieren täglich, oft ohne zu wissen, wie und wo all diese Produkte hergestellt werden, wie sie zu uns gelangen und was nach Gebrauch mit ihnen passiert: An vier Stationen, zum Beispiel bei einem Handyladen, hinterfragte die Gruppe dann konkret den Herstellungsweg von Smartphones, den weltweiten Konsum von Fleisch, den Verbrauch und die Verschmutzung von Wasser sowie die verdeckten, oft genug umweltbelastenden und menschenverachtenden Geschäfte von Banken. Gerade dieses letzte Thema führte durch die aktuellen Enthüllungen um die so genannten Panama Papiere zu aufgebrachten Kommentaren der TeilnehmerInnen.

Die Konflikte hinter dem Smartphone

Aber auch ökologische und soziale Konsequenzen des Abbaus von für Smartphones verwendeten Metallen und seltenen Erden betrachteten die TeilnehmerInnen kritisch – keine/r von ihnen war klar gewesen, dass allein 30 verschiedene Metalle in einem Smartphone verbaut werden und dass viele dieser Metalle aus Krisengebieten stammen. Allen wurde deutlich, wie unsinnig es ist, ein Smartphone jährlich zu ersetzen und alte Geräte im Hausmüll zu entsorgen. Viel sinnvoller ist es, das eigene Smartphone möglichst lange zu benutzen und anschließend zum Recyceln abzugeben.

Die Macht der VerbraucherInnen ist groß

Doch Referentin Nora Rütten machte deutlich: KonsumentInnen haben bereits bei der Produktion die Macht, menschenunwürdige Bedingungen und klimabelastende Methoden zu bekämpfen, indem sie sich für Konsumgüter entscheiden, deren Hersteller die Wertschöpfungskette eines Produktes offen legen und unter umweltfreundlichen und sozialen Bedingungen produzieren. Um diese Kontrolle für die Verbraucher zu erleichtern, stellte sie zum Abschluss des Stadtrundgangs einige Umweltsiegel vor, auf die Verlass ist.

Die TeilnehmerInnen hatten so viele Fragen und Diskussionsbeiträge, dass es allen schwer fiel, am Ende des Stadtrundganges auseinander zu gehen. Und alle nahmen Anregungen für ein nachhaltiges Leben und klimagerechtes Handeln im Alltag mit nach Hause.

Astrid Mönnikes
Fotos: Kathrin Becker

Hintergrund und weitere Informationen

Die kfd engagiert sich seit mehr als 20 Jahren im Klimaschutz und bildet  - unter anderem mit dem Klimaschutzpaket - Frauen und Männer für ihr Engagement um eine klimagerechte und faire Welt weiter. Vor dem Hintergrund der Enzyklika bietet der Diözesanverband Köln in diesem Jahr eine ganze Reihe von Veranstaltungen zum Thema nachhaltiges Leben und Handeln an, die vor dem Hintergrund der Enzyklika die globalen Herausforderungen untersuchen und Alternativen sowie Gestaltungsmöglichkeiten beleuchten.

So wird zum Beispiel der nachhaltige Stadtrundgang wird im Herbst noch einmal für Gummersbach und Düsseldorf angeboten. Außerdem wird die Enzyklika „Laudatio Si – die Sorge für das gemeinsame Haus“, auf  zwei Studientagen am 10.9. in Engelskirchen und am 7.10. in Düsseldorf vorgestellt. Und es werden Anregungen wie die Forderungen des Papstes nach klimagerechtem Handeln und weltweiter Gerechtigkeit im täglichen Leben erfüllt werden können.