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    Equal Pay Day auf dem Wiener Platz in Köln-Mülheim.
    Equal Pay Day auf dem Wiener Platz in Köln-Mülheim.
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    Gleicher und gerechter Lohn für Frauen und Männer: Dafür wollen sich der Landtagsabgeordnete Martin Börschel und die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Ursula Schlömer einsetzen.
    Gleicher und gerechter Lohn für Frauen und Männer: Dafür wollen sich der Landtagsabgeordnete Martin Börschel und die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Ursula Schlömer einsetzen.
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    Trotz regnerischen Wetters: Das Publikum interessierte sich für den Equal Pay Day.
    Trotz regnerischen Wetters: Das Publikum interessierte sich für den Equal Pay Day.
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    Sobald die Familie gegründet ist, geht die Lohnschere auseinander. Frauen gehen auf Teilzeit, Männer erhalten Gehaltserhöhungen.
    Sobald die Familie gegründet ist, geht die Lohnschere auseinander. Frauen gehen auf Teilzeit, Männer erhalten Gehaltserhöhungen.
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    Elisabeth Bungartz, Mitorganisatorin der Aktion, spricht mit einem jungen Vater über den Equal Pay Day.
    Elisabeth Bungartz, Mitorganisatorin der Aktion, spricht mit einem jungen Vater über den Equal Pay Day.

Kämpfen für gleichen Lohn

Parcours des Lebens zum Equal Pay Day auf dem Wiener Platz in Köln

20.3.2017 Am Samstag war Jubiläum: Zehn Jahre Equal Pay Day oder „Gleichbezahltag“ in Deutschland. Mit einem „Parcours des Lebens“ auf dem Wiener Platz in Köln-Mülheim zeigten die kfd und fünf weitere katholische Verbände im Erzbistum Köln sehr anschaulich: Dieses Jubiläum ist keines, über das sich Frauen freuen konnten. Denn das Ziel, dass Frauen für ihre Arbeit so bezahlt werden wie Männer, ist noch meilenwert entfernt. Immer noch beträgt der Lohnunterschied durchschnittlich 21 Prozent.


So hatten die Veranstalterinnen Politikerinnen und Politiker eingeladen die sechs Lebensstationen des Parcours von der Kindheit über die Ausbildung, Erwerbstätigkeit und Familiengründung bis zur Rente zu durchlaufen. Dabei zeigte sich deutlich, dass die in Deutschland noch weitverbreiteten traditionellen Rollenbilder maßgeblich dazu beitragen, dass Männer mehr  Geld verdienen als Frauen.

Falle Berufswahl und Teilzeitarbeit

Sie wählen häufig erzieherische oder pflegerische Berufe und übernehmen mehr Aufgaben in der Familie. Diese Berufe sind finanziell unterbewertet und die Sorgearbeit wird gleich gar nicht bezahlt. Junge Frauen sind zwar statistisch inzwischen in der schulischen und beruflichen Ausbildung mindestens gleichauf mit Männern oder sogar besser. Die Wege trennen sich aber, sobald sie erwerbstätig werden und eine Familie gründen. Der Weg in die Abhängigkeit von einem männlichen Hauptverdiener und damit zugleich meist auch der Weg in die Altersarmut ist vorbestimmt, insbesondere, dann wenn sie wegen der Familie Teilzeit arbeiten.

Gute Zusammenarbeit der katholischen Verbände

Elisabeth Bungartz, stellvertretende Diözesanvorsitzende, hatte zusammen mit Vorstandskollegin Hildegard Leven, kfd-Referentin Astrid Mönnikes und Vertreterinnen der anderen Verbände im Erzbistum Köln die Aktion geplant und vorbereitet . Sie lobt die Zusammenarbeit von kfd, Kolping, Bund der Katholischen Jugend, Katholischen Arbeitnehmerbewegung, Katholischer Deutscher Frauenbund und Zentralverband der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen der Katholischen Kirche Deutschlands.

Es muss noch viel passieren

„Wir machen da seit Jahren sehr gute Erfahrungen“, sagt sie. Zufrieden mit dem, was bisher erreicht werden konnte, ist sie allerdings nicht: „Es muss sich noch viel ändern – die Politik muss sich mehr dafür einsetzen, dass Berufe gleichwertiges Ansehen bekommen und Mädchen auch Fuß fassen in den MINT-Berufen. Außerdem sollten Frauen auch besser unterstützt werden beim Wiedereinstieg in den Beruf.“ Auch müssten sich die Lohnlücken schließen, die es in Betrieben immer noch gibt, weil Männer  für die gleiche Arbeit besser bezahlt werden. Darüber hinaus, dafür setzt sich die kfd schon lange ein, muss die Sorgearbeit, die überwiegend von Frauen übernommen wird, eine finanzielle Anerkennung erhalten und  in der Rente besser berücksichtigt werden.

Politikerinnen und Politiker unterstützen den Equal Pay Day

Forderungen, die auch die die Politikerinnen und Politiker von CDU, SPD und den Grünen teilen, die die Aktion auf dem Wiener Platz unterstützten. Mit dabei waren die Kölner Bürgermeisterin und Bundestagsabgeordnete Elfi Scho-Antwerpes, die Landtagsabgeordneten Martin Börschel, Serap Güler und Ingrid Hack sowie die stellvertretende Kölner Bezirksbürgermeisterin Ursula Schlömer. Die Bundestagsabgeordnete Gisela Manderla hatte ein Grußwort geschickt. Marita Alami, die Vorsitzende des Arbeitskreises Kölner Frauenvereinigungen (AKF), beteiligte sich ebenfalls.

Partnerschaftlich durchstarten und mehr Bewusstsein schaffen

Einhellig waren sie der Meinung, dass noch viel Bewusstseinsarbeit geleistet werden müsste und man die Ziele des Equal Pay Day, ganz so wie es auch das Motto „Endlich partnerschaftlich durchstarten“ in diesem Jahr vorgibt, von Frauen und Männern nur gemeinsam erreicht werden könnten. Das Entgelttransparenzgesetz, dass zurzeit im Bundestag beraten wird, ist danach nur Teil des Weges dorthin. Als absolut notwendig erklärten sie auch die Aufwertung der sozialen und pflegerischen Berufe sowie eine Veränderung der Rollenbilder. Auch das Ehegattensplittung so wie es zurzeit praktiziert wird müsse auf den Prüfstand.

Trommeln für Gerechtigkeit

Dafür müssen Frauen und Männer weiterhin viel trommeln – ganz so wie es die Trommel-Gruppe der Edith-Stein-Realschule unter Leitung von Monika Willems vorgemacht hat und damit viel Aufmerksamkeit auf dem Wiener Platz für den Equal Pay Day geschaffen hat.
Sabine Schleiden-Hecking

Fotos: Kathrin Becker

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