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    Das Jubiläumslogo wird in diesem Jahr alle Aktionen begleiten.
    Das Jubiläumslogo wird in diesem Jahr alle Aktionen begleiten.
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    Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes mit Geschäftsführerin Ursula Sänger-Strüder (li) und Diözesanvorsitzender Lydia Wallraf-Klünter (re).
    Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes mit Geschäftsführerin Ursula Sänger-Strüder (li) und Diözesanvorsitzender Lydia Wallraf-Klünter (re).
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    Gabenbereitung im Kölner Dom: kfd-Frauen sind begeistert für die Sache Jesu und entfalten auf diesem Fundament allerhöchstes Engagement für Kirche und Gesellschaft.
    Gabenbereitung im Kölner Dom: kfd-Frauen sind begeistert für die Sache Jesu und entfalten auf diesem Fundament allerhöchstes Engagement für Kirche und Gesellschaft.
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    Erzählten von Zeiten, als Frauen sich noch emanzipieren mussten: Ute Schröder, ehemalige Vorsitzende der kfd-Stiftung, Geschäftsführerin Ursula Sänger-Strüder und Ruth Bernards, ehemalige Diözesanvorsitzende mit Moderatorin Simone Standl.
    Erzählten von Zeiten, als Frauen sich noch emanzipieren mussten: Ute Schröder, ehemalige Vorsitzende der kfd-Stiftung, Geschäftsführerin Ursula Sänger-Strüder und Ruth Bernards, ehemalige Diözesanvorsitzende mit Moderatorin Simone Standl.
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    Am 5.2.2018 wurden der Geschichte des Diözesanverbandes ein weiteres Kapitel hinzugefügt.
    Am 5.2.2018 wurden der Geschichte des Diözesanverbandes ein weiteres Kapitel hinzugefügt.

Die kfd ist nicht wegzudenken

Jubiläumsjahr 100 Jahre kfd im Erzbistum Köln eröffnet

Köln.5.2.2018 Mit einem feierlichen Gottesdienst im Kölner Dom mit 1200 Gläubigen ist am Abend das Jubiläumsjahr zum 100. Gründungstag der kfd im Erzbistum eröffnet worden. Am 5. Februar 1918, noch mitten im Ersten Weltkrieg, war der Diözesanverband gegründet worden. 400 Gäste, darunter viele Vertreterinnen örtlicher kfd-Gemeinschaften, aber auch Vertreter*innen des Erzbistums Köln, befreundeter Verbände und Kooperationspartner*innen hatten zuvor im Maternushaus gemeinsam gefeiert. Unter dem Motto „mittendrin: 100 Jahre Frauen für Frauen“ wurde Rückschau gehalten auf die bewegte Geschichte eines Frauenverbandes, aber auch die Frage gestellt: Welche Zukunft hat die kfd?


Diese Frage wurde eindeutig von den Gästen beantwortet: Ein Verband, der sich mit seinen Mitgliedern immer und mit großer Energie den gesellschaftlichen Fragen der Zeit stellt, wird weiter seine Anhängerinnen haben und  Zuspruch finden. So sagte beispielsweise Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalten: „Ohne die kfd hätten viele Frauen nicht den Weg in die Öffentlichkeit gefunden und damit auch viele Ideen und Initiativen nicht.“ Ohne breites ehrenamtliches Engagement, wie es auch die kfd auszeichne, passiere in der Gesellschaft nichts, so Milz weiter.

Köln ist stolz auf die kfd

Auf dieses ehrenamtliche, bürgerschaftliche Engagement in der Stadt bezog sich auch die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes in ihrem Grußwort: „Wir sind als Stadt Köln stolz, dass Sie in unserer Stadt Ihren Sitz haben! Aus unserer Stadt sind Sie nicht wegzudenken. Auch wenn Sie manchmal unbequem wirken. Sie treten für eine gerechte und soziale Welt ein – davon braucht es mehr in unserer Stadt.“ Die kfd habe aber auch der Politik ins Stammbuch geschrieben und beispielsweise dafür gesorgt, dass Frauen heute mehr Rentenpunkte für Erziehungsarbeit erhalten. Aus eigener Erfahrung wisse sie, dass in der Politik Ziele schneller erreicht würden, wenn Frauen sich untereinander einig seien.

Das Private ist politisch

Die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Monika von Palubicki erinnerte in ihrer Rede an den alten Slogan der Frauenbewegung „Das Private ist politisch“. Die Gründerinnen des Diözesanverbandes hätten tatkräftig mit vielen Unterstützungsmaßnahmen politisch auf die Nöte der Frauen reagiert - nicht nur im Gründungsjahr 1918 mitten im Krieg, sondern in all den folgenden Jahrzehnten danach auch. Dies täten sie bis heute auf der Grundlage des Glaubens – der den Mitgliedern Kraft und Stärke gebe.

Die Kirche von Köln braucht die kfd jeden Tag

Darauf bezog sich auch Petra Dierkes, die Leiterin der Hauptabteilung Seelsorge des Erzbistums Köln. Als Beispiele dafür nannte sie unter Applaus das FrauenWort im Dom, bei dem Frauen das Wort Gottes auslegen und das zum ersten Mal im Frühjahr 1998 gefeiert wurde, die vielen Wortgottesfeierleiterinnen, die in den vergangenen Jahren genauso wie auch geistliche  Begleiterinnen ausgebildet wurden. Als Beispiel für die Innovationskraft und Beständigkeit des Verbandes zugleich nannte sie aber auch die so genannten Frauenmessen. Die Idee dafür entstand schon während des Zweiten Weltkrieges und sie sind bis heute ein wichtiger Bestandteil des seelsorglichen Angebotes in den Gemeinden des Erzbistums. Sie betonte die enge, historisch gewachsene Verbindung zwischen Generalvikariat und der kfd und sagte: „Wir brauchen als Kirche von Köln die kfd, wir brauchen sie jeden Tag.“

Ohne die Mitglieder könnte man keinen Hundersten feiern

Wie wichtig die kfd-Gruppen mit ihren vielen Mitgliedern sind, hatte zuvor Lydia Wallraf-Klünter in ihrer Begrüßung ausdrücklich betont. Nicht ohne Absicht sprach die Diözesanvorsitzende die vielen kfd-Frauen unter den Gästen zuerst in ihrer Begrüßungsrede an: „Sie, liebe kfd-Frauen, sind das Herzstück unseres Verbandes. Ohne Sie da draußen in den Gemeinden vor Ort gäbe es uns gar nicht.“ Sie zitierte die Frauenrechtlerin Hedwig Dohm, die vor etwa 100 Jahren die Frauen ermahnte „mehr Stolz“ zu zeigen. Stolz verstanden als Zeichen der Würde und des Selbstbewusstseins, denn „wir Frauen haben etwas zu sagen“, wie Wallraf-Klünter ergänzte.  Die kfd könne mit Fug und Recht stolz sein auf !00 Jahre „Frauen für Frauen“: „Wir haben noch viel vor!“ rief sie den Gästen im Saal zu.

Die kfd ist Demokratieschule

So wie die kfd für die spirituelle Förderung und Festigung im Glauben steht, so wichtig ist die verbandliche Arbeit für die Förderung von demokratischem Verständnis wie es sich auch in den Strukturen und Entscheidungsabläufen im Diözesanverband abbildet. Das wurde deutlich in den beiden Talkrunden zu Gegenwart und Vergangenheit des Diözesanverbandes, moderiert von WDR-Journalistin Simone Standl.

Mehr Verantwortung für Frauen in der Kirche

Und das bestätigte zum Beispiel auch Brigitte Vielhaus vom kfd-Bundesverband, designierte Bundesgeschäftsführerin, in der ersten Talkrunde. Die kfd sei gefragte Ratgeberin für Frauenfragen. Auf die Frage Standls, wo sie gerne noch mehr Verantwortung von Frauen für die Kirche sähe, antwortete sie: „Möglichst viel und möglichst alle im Sinne der Gleichheit vor Gott, mindestens bis zum Diakonat der Frau. Die Zeit ist reif.“ Große Präsenz in gesellschaftspolitischen wie kirchenpolitischen Fragen bescheinigte auch Sabine Schößler vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken dem Verband: Er bilde großartige Netzwerke.

Der Weg in die Selbstständigkeit war lang

Dass das ein langer Weg war zeigte sich in der zweiten Talkrunde mit der lanjährigen Geschäftsführerin Ursula Sänger-Strüder und den beiden ehemaligen Diözesanvorsitzenden Ruth Bernards, die in den 8oer-Jahren den Verband leitete und Ute Schröder, die um die Jahrtausendwende Vorsitzende war. Frauen hätten unter der Regie der Pfarrer gestanden und mussten lernen, selbstständig zu werden, berichtete Bernards und Ute Schröder erinnerte an die Konflikte, die aus den programmatischen Positionspapieren entstanden, welche die Ziele der kfd, zum Beispiel zur Anerkennung verschiedener Lebensformen oder der Wiederverheiratung Geschiedener beschrieben. Positionen, die fast 20 Jahre danach in vielen Punkten längst keine Aufreger mehr so wie damals sind und auch in der Bischofskonferenz als richtig nachvollzogen werden.

Durch die kfd mehr Nähe  zum Glauben

Die kfd ist erfolgreich durch ihre unmittelbare Nähe zu den Frauen einerseits und das Eingebundensein in eine bundesweite, verlässliche Verbandsstruktur andererseits und kann so viele Ziele erreichen. Beispielsweise erzählte Katja Birkner von der kfd St. Josef und Paulus in Bonn-Beuel davon, wie gut die generationenübergreifende Arbeit klappt und am Beispiel der Karnevalsgruppe, wie anziehend das Angebot auch für Frauen ist, die sich nicht der Kirche zugehörig fühlten – aber der kfd und darüber auch wieder mehr Nähe zum Glauben fänden.

Als Frau in der Kirche gestärkt

Das erlebt auch Elisabeth Ronge von der kfd St. Michael, Niederdollendorf, die Mitglied im Leitungsteam ist. Sie betonte die Gemeinschaft, aus der heraus die Arbeit gelingt. „Die Ideen hat man nie alleine und es immer wieder faszinierend festzustellen wie viele verschiedene Begabungen es gibt. Persönlich zum Beispiel hat sie die Ausbildung zur Wortgottesfeierleiterin so erlebt: „Meine Befähigung als Frau in der Kirche zu wirken ist dadurch gestärkt worden.“

Die kfd ist das gute, visionäre Gesicht der Kirche

Was das Fundament der kfd ist, zeigte sich zum Abschluss des Jubiläumstages im Kölner Dom, der bis auf den letzten Platz besetzt war. Die Frauen heute führten fort, was die Wegbegleiterinnen von Jesus, über die der Evangelist Lukas auch namentlich berichtet, begonnen hätten, sagte Diözesanpräses Robert Kleine in seiner Predigt. Frauen hätten sich damals schon in großer Zahl die „Jesusbewegung, die wir Kirche nennen“ getragen – mit ihrem Vermögen, gemeint im doppelten Sinne, nämlich Geld und ihren Begabungen. „Was wäre die Kirche von Köln ohne die pfarrlichen Frauengemeinschaften?“, fragte Kleine.  „Das gute, freundliche Gesicht der Kirche, das visionäre Gesicht der Kirche: Das ist kfd.“
Sabine Schleiden-Hecking

Fotos: Jörg Brocks (4), Kathrin Becker (1)

Links:
Interview Domradio am 5.2.2018

Video vom Fest im Maternushaus