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    Autonomie
    Die Autonomie verliert der Mensch auch nicht im Sterben.
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    Bungartz
    Die stellvertretende Diözesanvorsitzende Elisabeth Bungartz beschriebt die Grundsätze der kfd.
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    DieVier
    Fragerunde mit den Fachleuten (v.l.n.r.): Ulrich Fink, Sr. M. Clementine Ferdinand, Dr. Beate Link und Prof. Dr. Adalbert Keseberg.
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    Frühstück
    Den Teilnehmerinnen schmeckte das Frühstück.
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    dou
    Heiter bis besinnlich: Eine literarische Auslese von der Geburt bis zum Tod mit dem Duo "SprechAKT".

Den Tagen mehr Leben geben

Politisches Frühstück zu Sterbebegleitung

23.11.2015 „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“: Diözesanvorsitzende Lydia Wallraf-Klünter zitierte bei ihrer Begrüßung anlässlich des Politischen Frühstückes am 21. November Cicely Saunders. Sie gilt als eine der Begründerinnen des modernen Hospizwesens und setzte mit dieser Leitlinie Maßstäbe für eine menschenwürdige Begleitung Sterbender, wie sie auch die kfd einfordert.
 


Aktion "Leben bis zuletzt" auch im Diözesanverband Köln

Die Studienveranstaltung “Leben bis zuletzt – für eine menschenwürdige Sterbebegleitung“ sollte informieren, aber auch Perspektiven für eine verbesserte palliativmedizinische, also ganzheitliche Versorgung Sterbender aufzeigen. Dafür wirbt die kfd bundesweit mit der Aktion „Leben bis zuletzt“. Die kfd hatte zum Beispiel ihre Mitglieder aufgefordert, sich im „Gesetzgebungsverfahren zur geschäftsmäßigen Beihilfe zur Selbsttötung“ für ein Verbot einzusetzen.

Forderung der kfd vom Bundestag erfüllt

Diese Forderung wurde mittlerweile durch den Beschluss des Bundestages Anfang November erfüllt, wie die stellvertretende Diözesanvorsitzende Elisabeth Bungartz ausführte.

Sterbebegleitung ist ein Frauenthema

Sie führte den 60 Teilnehmerinnen in ihrer Einführung ins Thema außerdem vor Augen, dass Sterbebegleitung ein Frauenthema ist. Nicht nur, weil es meist die Frauen seien, die allein zurückblieben, weil der Partner vor ihnen stirbt, sondern auch weil es überwiegend Frauen seien, die – ob ehrenamtlich im Hospizdienst oder hauptamtlich als Mitarbeiterinnen im Gesundheitswesen – oder als Familienangehörige die Sterbebegleitung leisteten.

kfd will Diskussion in die Gesellschaft tragen

Auch wenn man deshalb die Entscheidung des Bundestages, nicht nur die palliativmedizinische Versorgung zu verbessern, sondern auch die geschäftsmäßige Beihilfe zur Selbsttötung zu verbieten begrüße, so sei die Arbeit der kfd noch nicht getan, betonte Bungartz: „Wir unterstützen weiterhin Angehörige und Freunde bei der Betreuung von Sterbenden und werden auch die Diskussion um ein menschenwürdiges Sterben weiter in die Gesellschaft tragen“.

Ihr sollt niemals aufhören zu leben

Das Politische Frühstück sollte dazu einen Beitrag leisten. Eine heiter-besinnliche Lesung von Duo-SprechAKT mit Ida Lamp und Steffen Gerz mit Texten vieler bekannter AutorInnen spann einen Bogen von Geburt bis zum Tod. Das Zitat von Opernkomponist Jacques Offenbach zeigte wohl mit am deutlichsten, was der Kern des Themas war: „Ihr sollt niemals aufhören zu leben, ehe ihr gestorben ...“.

Der Mensch kann über die letzten Tage entscheiden

Im Studienteil, der von kfd-Referentin Astrid Mönnikes moderiert wurde, informierten Fachleute über verschiedene Aspekte des Themas. So stellte Ulrich Fink, der Diözesanbeauftragte für Ethik im Gesundheitswesen des Erzbistums Köln, das Modell der Christlichen Patientenvorsorge und die für die Fragen der Sterbebegleitung maßgeblichen christlichen Überzeugungen vor: Danach ist das von Gott gegebene Leben bis zuletzt lebenswert und sinnvoll, aber nicht das höchste Gut. Der Tod gehört zum Leben und der Mensch darf und soll Entscheidungen dazu treffen wie seine letzten Tage gestaltet werden sollen.

Mit der Vorsorgevollmacht bestimmen

Dazu gehöre die Erkenntnis, dass ein Mensch zwar vielleicht aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht mehr aktuell selbstbestimmt entscheiden kann, aber seine „wesentliche Autonomie“ immer behält und dies durch eine Vorsorgebestimmung auch kundtun kann.

Ermutigende Erfahrungen aus der Praxis

Professor Dr. Adalbert Keseberg, Dr. Silvia Link und Oberin Schwester Clementine Ferdinand zeigten mit Beispielen aus der praktischen Arbeit, wie Sterbende fürsorglich und zugleich ehrlich von Angehörigen begleitet werden können. Professor  Keseberg, Facharzt für Allgemeinmedizin, der auch am Universitätsklinikum Bonn lehrte, wies beispielsweise darauf hin, dass die Medizin äußerst effektiv Schmerzen bekämpfen könne und zeigte, welches aus seiner Sicht Grundsätze ärztlicher Sterbebegleitung sein sollten.

Begleitung der Angehörigen sehr wichtig

Sr. Clementine berichtete von der palliativmedizinischen Versorgung im Dreifaltigkeitskrankenhaus Wesseling. Man wolle Kranken und Angehörigen helfen, die schweren Tage des Abschieds so zu gestalten, wie es die Sterbenden wünschten. Ausdrücklich benannte sie auch die Begleitung der Angehörigen als besonders wichtig.

Hospizvereine können viel helfen

Dr. Link, die Koordinatorin des ambulanten Hospizverein Bonn-Beuel, einer Ökumenischen Initiative zur ambulanten Begleitung von Schwerkranken, berichtete ausführlich über das ehrenamtliche Engagement von Hospizhelferinnen und darüber, welche Hilfe der Hospizverein beispielsweise beim Ausfüllen einer Vorsorgevollmacht oder beim Kontakt zu den Krankenkassen geben kann.
Dies war auch das Thema, das das Publikum bei der abschließenden Fragerunde am meisten beschäftigte: „Wie kann ich für mich und meine Verwandten gut vorsorgen?“

Sabine Schleiden-Hecking

Fotos: Kathrin Becker

 

Informationen zur kfd-Aktion "Leben bis zuletzt"

Hier gibt es ausführliche Informationen und Arbeitsmaterialien wie zum Beispiel die Arbeitshilfe und CD "Wenn eine von uns geht".

Informationen zur Christlichen Patientenvorsorge

Grundlegende Informationen über die Christliche Patientenvorsorge und entsprechende Vordrucke bieten dazu die Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz.

Hier kann die Christliche Patientensorge heruntergeladen werden.